Qiagen greift an
Ein Lesegerät für die Gene

Deutschlands größtes Biotechunternehmen zeigt Flagge im Bereich der Gensequezierung. Mit seinem GeneReader will Qiagen die Technologie für klinische Labore erschwinglich machen.

FrankfurtDie Technologie  gilt als eines der ganz heißen Wachstumsfelder im Biotechsektor und wird bisher vor allem von USA-Firmen dominiert: Die Genomsequenzierung, das heißt, die Analyse umfangreicher Genstrukturen oder kompletter Genome , könnte sich nach Einschätzung mancher Fachleute in den nächsten Jahren zu einem zweistelligen Milliardenmarkt entwickeln.

Nun schickt sich auch die deutsche Biotechfirma Qiagen an, auf dem Gebiet mit eigenen Systemen mitzumischen. Nach mehrjähriger Entwicklungsphase gab das Hildener Unternehmen am Mittwoch die Markteinführung seines GeneReader-Systems auf Basis so genannten „Next-Generation-Sequencing“-Technologien (NGS) bekannt.

Firmenchef Peer Schatz wertet die Neuentwicklung als einen für die mittelfristigen Perspektiven „enorm wichtigen Schritt“ in einem Kerngeschäftsfeld von Qiagen. „Das wird in den nächsten Jahren sicherlich ein wesentlicher Wachstumstreiber für uns werden", sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Das Biotechunternehmen mit Zentrale in Hilden nahe Düsseldorf ist als Spezialist für Reagenzien und Technologien zur Aufbereitung von Nukleinsäuren, den Trägermolekülen für Erbinformationen, groß geworden und beliefert in dieser Rolle Gentechniklabore rund um den Globus. Mit einer Serie von Zukäufen und Eigenentwicklungen fasste der Konzern zudem Fuß im Bereich der klinischen Diagnostik. Ferner hat er in den letzten Jahren bereits stark in die Bioinformatik für die Analyse von Gendaten investiert. Alles in allem erzielt er bisher rund 70 Millionen Euro von 1,3 Milliarden Euro Gesamtumsatz mit Produkten, die in der Gensequenzierung zum Einsatz kommen.

Mit seinem GeneReader greift Qiagen nun in einem Marktsegment an, das bisher vor allem von den US-Firmen Illumina (mit gut 60 Prozent Marktanteil) und Thermo Fisher (knapp 40 Prozent) beherrscht wird. Allerdings zielt das Hildener Unternehmen dabei nicht auf die identische Kundengruppe. Denn während die Sequenziergeräte der US-Hersteller vor allem in Forschungslaboren im Einsatz sind, setzt Qiagen mit seinen Systemen in erster Linie auf das Geschäft mit Kliniken und Diagnostiklaboren.

Ihnen offeriert das Unternehmen nach eigener Einschätzung nun die erste Komplettlösung im Bereich der Sequenzierung an, von der Gewebe- oder Blutprobe bis hin zum klinisch verwertbaren Ergebnis alle nötigen Einzelschritte leistet. „Wir wollen den Laboren eine einfache, kosteneffiziente Lösung anbieten, die klinisch relevante Aussagen liefert“, beschreibt Schatz den Vorteil des Qiagen-Systems.

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