QM2 hat traurigen Beinamen: Computerspiel auf hoher See

QM2 hat traurigen Beinamen
Computerspiel auf hoher See

Die „Queen Mary 2“ geht nicht ohne Wehmut auf Jungfernfahrt – bei einem Besuchertag vor zwei Monaten starben 15 Menschen.

HB SOUTHAMPTON. Weit leuchten die roten Schornsteine im Schmudelwetter über Southampton. Wie eine überdimensionale Kulisse hat sich die „Queen Mary 2“ einfach hinter den tristen Hafenbeton geschoben. 345 Meter lang und 72 Meter hoch – strahlend neu, gigantisch groß, nicht zu übersehen.

Ein paar Union Jacks flattern noch im Wind. Die Fahnen hängen wegen des königlichen Besuchs, der gestern aus dem royalen Weihnachtsurlaub in die südenglische Hafenstadt gekommen war. Denn eine Schiffstaufe ist noch immer etwas Besonderes: Die letzte fand vor 34 Jahren statt, für die „Queen Elizabeth 2“.

Und die QM2 – so der Kurzname der viel größeren Nachfolgerin – ist mehr als ein Schiff. Der größte und schnellste Liner, der je gebaut wurde, vereint britischen Stolz und technische Bestleistung mit dem Traum vom märchenhaften Luxus und einer Prise ewigem Fernweh.

So wurde bei der Schiffstaufe durch Königin Elizabeth II auch ein neues „Goldenes Zeitalter“ beschworen. Das soll nun am Montag starten, wenn das „Wunderwerk der Meere“ Southampton verlassen und zur Jungfernfahrt gen Florida in See stechen wird. Ein teurer Trip: Passagiere zahlen zwischen 3 150 Euro für eine bescheidene Kabine ohne Ausblick und 41 500 Euro für eine der geräumigen Penthouse-Suiten. Sogar eine Brauerei und ein Tierheim sind an Bord, erstmals gibt es eine Sternwarte auf See, und selbst für eine Gefängniszelle ist Platz. Für alle Fälle.

Wer die QM2 betritt, der trifft auf eine Mischung aus Tradition und Moderne. Das Promenadendeck ist klassisch mit Holz getäfelt, dafür befördern 22 Glasaufzüge die Passagiere über die vielen Ebenen des Schiffs. Und während Hersteller Rolls-Royce für das Antriebssystem (157 000 PS) eine neue Motorentechnik entwickelt hat, ist das Nebelhorn antiquarisch – es stammt von der alten Queen Mary.

Man habe die „Würde und Anmut“ alter Schiffe mit dem „Komfort und der Technologie der Neuzeit“ verbinden wollen, sagt Pamela Conover, Chefin der britischen Cunard Line. Das Traditionsunternehmen gehört inzwischen zum US-Konzern Carnival Corp. Vielleicht ist deshalb die Symbiose aus Alt und Neu bisweilen etwas gewagt ausgefallen. „Queen of Kitsch“, urteilte zumindest eine britische Zeitung.

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