Qualitätssiegel
Wirtschaft giftet gegen EU-Pläne zu „Made in Germany“

Planspiele der EU-Kommission bringen die Wirtschaft in Rage: Unternehmen warnen vor dem Ende des Gütesiegels. Dabei will Brüssel bloß einen Mindestanteil von Wertschöpfung in Deutschland sichern.
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BrüsselDie deutsche Wirtschaft verschärft ihre Kritik an Plänen der EU-Kommission, die aus ihrer Sicht das Ende der Qualitätsbezeichnung „Made in Germany“ bedeuten könnten: Wie das Handelsblatt bereits im Oktober vergangenen Jahres berichtete, will Brüssel das sogenannte Warenursprungsrecht überarbeiten.

„Mit der geplanten Änderung gerät das Label „Made in Germany' in Gefahr. Denn wenn künftig Herkunft und Wert der Vormaterialien entscheidend sind, werden viele Produkte nicht mehr als deutsch gelten“, sagte jetzt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann, der Zeitung „Die Welt“ (Montag).

Dies wäre seiner Ansicht nach ein immenser Schaden für die deutsche Wirtschaft und für die Verbraucher, denen eine wichtige Orientierungshilfe verloren ginge: „Ich warne ausdrücklich vor einem solchen Schritt. Das Gütesiegel „Made in Germany' bürgt weltweit für Qualität und beflügelt deutsche Exporte. Das geltende Ursprungsrecht ist unbürokratisch und international anerkannt, die Änderungspläne sollten daher schnell wieder in der Schublade verschwinden.“

Auch die Bundesregierung lehnt die geplanten Änderungen ab. „Die Bundesregierung stützt auf jeden Fall den Vorstoß der deutschen Wirtschaft“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums verwies darauf, dass sich Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) bereits in einem Brief an die EU-Kommission gegen Überlegungen gewandt habe, die Vergabe nationaler Herkunftssiegel für EU-Produkte an einen Wertanteil von mindestens 45 Prozent zu knüpfen.

Wie bisher sollte das Kriterium an den letzten und wesentlichen Schritt der Be- und Verarbeitung von Produkten geknüpft bleiben, sagte die Sprecherin. Ansonsten drohe ein erheblicher Mehraufwand an Kosten und bürokratischen Lasten.

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Mindestens 45 Prozent im Inland

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  • Sie sollten auch berücksichtigen, dass beispielsweise Automobilunternehmen in Tschechien bereits seit ca. 5 Jahren Zeitarbeiter aus Rumänien nutzen. Und selbst die werden langsam zu teuer. Zu einer Rückführung von Wertschöpfungsschritten wird es nicht kommen. Deutschland muss sich neu erfinden.

    Und mal davon abgesehen, interessiert es niemandem, was noch in Deutschland läuft. Der Euro wird bleiben und wir werden zu einer Einheit in der EU. Wir sind längst keine Deutschen mehr, sondern Europäer. Ich will damit nicht sagen, dass ich das gut finde, aber es ist nun mal gegenwärtig eine Tatsache. Und die Folge einer jeden Staatengemeinschaft ist die Deindustrialisierung. Von der Realwirtschaft ist Deutschland längst der große Verlierer. Von der Finanzwirtschaft ausgehend sind Faktoren wie Transaktionssteuer, Abgeltungssteuer, Fusion der Börsen und dessen neuer Standort u.a. von Bedeutung. Gegenwärtig verliert Deutschland auch in dem Ressort.

  • unverständlich- die wirtschaft sollte ehrlich sein. die schweiz macht das besser. ein artikel wird ausgewiesen als "made in China" nach qualitaätsvorschriften und kontrolle der schweiz.

  • Die Abschaffung des "Made in Germany" paßt in die langeRei-
    he der Fesselung, Knebelung und Schädigung der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft.
    Die Kastrierung der Bundesbank, die Abschaffung der DM-da-
    für die Einführung des Euro, mit dem Bologna-Vertrag die
    Einführung des Bachelors und des Masters-damit die Ab-
    schaffung des allseits geachteten deutschen Diploms, und
    nun das "Made in Germany". Auf der anderen Seite die Über-
    nahme gigantischer Zahlungsverpflichtungen für ein poli-
    tisches Gebilde, das außer Mystik keinerlei realistische
    Basen hat für ein Zusammenleben, wo jeder nimmt UND gibt!
    Teutonen dratzen ist keine konstruktive Gestaltung des
    "Hauses Europa", wie auch unsere hochdotierten Brüsseler
    Phrasendrescher dieses Gebilde nennen. Unsere Regierungs-
    mitglieder schwören doch "Schaden vom Deutschen Volk"
    fernzuhalten, kann man die wegen Meineids verklagen?
    Jede Zusage der Politik nach "mehr Europa" ist real eine Verletzung deutscher Interessen.Der Gipfel sind die gebro-chenen Verträge, die zu gigantischen Verpflichtungen über
    EZB, Schutzschirme usw. geführt haben, für ein Europa, das
    die Teutonen kleinkriegen und gleichzeitig zum Garanten für das eigene subventionierte Wohlleben machen soll.
    Das ist NICHT mein "Europa der Vaterländer", in dem jedes
    Einzelland die Verantwortung für sich und für Europa über-
    nimmt. Kein Gebilde, in dem eine sozialistisch-kriminelle
    Umverteilung von erarbeitetem Wohlstand die Regel ist
    oder wird!

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