Quartal unter Erwartungen
Ciba enttäuscht Analysten

Das Ergebnis des Basler Spezialchemiekonzern Ciba lag im ersten Quartal unter den Erwartungen. Zudem sind die lang erhofften Anzeichen für einen Turnaround nach Angaben von Analysten nicht auszumachen. Dabei hatte der Chemiegigant nach einer Durststrecke seine Preise erstmals wieder auf breiter Front anheben können.

HB ZÜRICH. Der Gewinn der ersten drei Monate 2005 sank nach Firmenangaben vom Donnerstag auf 67 Mill. sfr von 102 Mill. sfr im Vorjahreszeitraum. Zu schaffen machten Ciba ein generell schwacher Jahresauftakt, deutlich gestiegene Rohstoffkosten sowie negative Währungseffekte. Der Umsatz nahm um sieben Prozent auf 1,791 Mrd. sfr zu.

Trotz des holperigen Starts ins Jahr bestätigt Ciba-Chef Armin Meyer im Gespräch mit Reuters die bisherige Jahresprognose. „Wir sind im Januar und Februar langsam gestartet, doch dank unseres breiten Portfolios und ein stabiles wirtschaftliches Umfeld vorausgesetzt, werden wir die Umsätze in Lokalwährungen und den Reingewinn erhöhen können“, so Meyer. Ferner solle der Betriebsgewinn auf Stufe EBITDA in Franken verbessert werden.

Die Produktpalette der 1997 von Novartis abgespaltenen Ciba umfasst eine Vielzahl von chemischen Produkten, die von Autolacken über Waschmittelzusätze bis zu antibakterieller Zahnpasta reichen. Marktexperten teilen die optimistische Einschätzung Meyers nicht. Der schwache Start lasse trotz der Preiserhöhungen für den Rest des Jahres nicht viel erwarten, sagte Bank Vontobel-Analyst Martin Vögtli, der seiner Empfehlung „Sector Outperform“ überprüfen und die Schätzungen nach unten revidieren will. Da Ciba nach Ansicht seines Kollegen Bernd Pomrehn von der Bank Sarasin nicht mit Rückenwind in den wichtigen Märkten Textilien sowie Papier und Karton rechnen darf, sei eine rasche Umsetzung des laufenden Restrukturierungsprogamms namens „Shape“ entscheidend. Derzeit sei es aber immer noch zu früh, um die Aktie zu kaufen, so Pomrehn weiter.

Ciba zufolge sollen mit Shape ab 2007 jährlich 90 Mill. sfr Kosten eingespart werden. Im ersten Quartal fielen acht Mill. sfr Restrukturierungskosten an. Vom laufenden Vierteljahr an sei aber mit „substanziellen Kosteneinsparungen“ zu rechnen, so Meyer. Der Kurs der Ciba-Aktie gab am Donnerstag bis 11.40 Uhr um rund 2,8 % auf 75 sfr nach. Am Morgen markiert das Papier bei 74,25 sfr ein neues Jahrestief. Auch der Konkurrent und Nachbar Clariant wurde in Mitleidenschaft gezogen und die Aktie verlor 1,8 %.

Die Verkaufspreise haben Ciba zufolge im ersten Quartal über alle Segmente um ein Prozent gesteigert werden können, nachdem der Preisverfall im vergangenen Jahr noch drei Prozent betragen hatte. „Wir haben die Verkaufspreise aktiv vorangetrieben und konnten so die Performance im Vergleich zum letzten Quartal verbessern“, wird Meyer in einer Mitteilung zitiert. Mit den höheren Preise konnte Ciba die gestiegenen Rohmaterialkosten in den meisten Bereichen auffangen. Die Rohmaterialkosten zogen in der Periode um sieben Prozent an. Durch fortgesetzte Preiserhöhungen sei im zweiten Quartal mit weiteren Verbesserungen zu rechnen, hiess es weiter.

An einer in Presseberichten kolportierten Übernahme der Papierchemikaliensparte der früheren Bayer-Tochter Lanxess haben die Basler nach den Worten von Meyer keine Interesse: „Wir brauchen sie nicht.“ Ciba ist seit der Übernahme der Papierchemikalien-Geschäfts der finnischen Raisio im vergangenen Jahr weltgrösster Anbieter dieser Produkte. Die Integration habe bereits erste Erfolge gezeigt; bis 2006 solle die Ebitda-Marge in diesem Bereich 14 bis 15 % erreichen. In den ersten drei Monaten 2005 lag sie vor den Kosten für Restrukturierungen bei 11,5 %.

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