Quartalsbericht
Escada kämpft mit „Goldknopf-Image“

Deutschlands größter Damenmodekonzern Escada will sein Image aufpolieren. Zudem schreibt das Unternehmen auch im dritten Quartal nach wie Verlusten. Im Gesamtjahr rechnet Escada mit einem Gewinn.

HB MÜNCHEN. Der Luxus-Damenmodehersteller Escada arbeitet an einer Modernisierung seiner Läden und Kollektionen und macht Fortschritte auf dem Weg in die schwarzen Zahlen.

Obwohl bei dem Unternehmen aus Aschheim bei München in den ersten neun Monaten unter dem Strich noch ein Verlust von 1,5 Mill. zu Buche stand, werde es Escada im Gesamtjahr 2005/06 (per 31. Oktober) in die Gewinnzone schaffen, sagte Firmenchef Frank Rheinboldt am Donnerstag mit. In den ersten drei Quartalen 2004/05 hatte Escada noch 9,6 Mill. Euro verdient. Im Sommer hatte Escada allerdings 16,3 Mill. Euro abgeschrieben, den größten Teil davon auf alte Bestände.

Der Umsatz sei in den ersten drei Quartalen um sechs Prozent auf 490 Mill. Euro gestiegen. Rheinboldt erklärte das Plus damit, dass Escada seine Produkte in größeren Stückzahlen zum vollen Preis an die Kundinnen gebracht habe. In den ersten neun Monaten habe das Betriebsergebnis (Ebitda) um elf Prozent auf 50,5 Mill. Euro zugelegt.

Beim angestrebten Imagewandel setzt Rheinboldt Hoffnungen auf seinen neuen italienischen Chefdesigner Damiano Biella und auf eine breit angelegte Renovierung der eigenen Ladenkette. „Wir wollen mit einer ausgesprochenen femininen Handschrift die Marke neu aufladen“, kündigte der Vorstandschef an. „Gerade in Deutschland hängt uns zum Teil noch das Goldknopf-Image aus den 80er Jahren nach“, sagte er. „Wir wollen mehr Innovation, Mode, Heutigkeit.“

Die Modernisierung der Escada-Ladenkette habe sich durch die Überarbeitung der geplanten Optik etwas verzögert. Die Shops sähen „feminier und luxuriöser“ aus als bisher. Der Konzern will sich die Renovierung in den kommenden beiden Jahren insgesamt 30 bis 35 Mill. Euro kosten lassen. „Die Überarbeitung hat dazu geführt, dass es etwas billiger wird“, sagte Rheinboldt. Das ursprünglich geplante Design sei dem Vorstand zu teuer geworden. Im Oktober würden drei Läden in Deutschland und Österreich umgestaltet. Im kommenden Jahr würden weltweit 15 bis 20 der wichtigsten Standorte aufpoliert.

Rheinboldt will sein Haus weiter auf Rendite trimmen: „Außer an der Verbesserung unserer Kollektionen und der Stärkung des Markenauftritts werden wir weiterhin intensiv an der Optimierung unserer Strukturen und Prozesse arbeiten.“ Für 2005/06 erwartet er nach wie vor ein Plus beim Betriebsergebnis (Ebitda) von zehn Prozent. Das Nettoergebnis werde positiv ausfallen, bekräftigte er in einer Telefonkonferenz. „Ich bin sicher, dass Sie am 20. Dezember, wenn wir unsere vorläufigen Zahlen vorlegen, keine Enttäuschung erleben werden.“

Im SDax gab die Escada-Aktie bis zum Donnerstagmittag 1,4 Prozent auf 24,26 Euro nach.

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