Quartalsbericht
Leichter Rücksetzer für BMW

Eine leichte Delle bei Umsatz und Vorsteuergewinn hat der Autohersteller BMW im zurückliegenden Quartal verzeichnet. Im Kerngeschäft fällt das Ergebnis um sechs Prozent. Nach Steuern bleibt aber ein Milliardenüberschuss.
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MünchenDer Gewinn des Oberklasse-Autobauers BMW ist im dritten Quartal leicht unter Druck geraten. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen lag bei 1,93 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Das ist ein Rückgang um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hohe Ausgaben für neue Technologien, etwa das Elektroauto i3, gestiegene Personalkosten sowie die Rabattschlacht in Europa schlugen zu Buche.

In der Kernsparte Automobile sackte der Betriebsgewinn trotz rekordhoher Verkaufszahlen im dritten Quartal um sechs Prozent auf 1,55 Milliarden Euro ab. Damit lag BMW leicht unter den Erwartungen der Analysten. Dennoch legte der Konzernüberschuss nach Steuern leicht um drei Prozent auf 1,33 Milliarden Euro zu.

Die Rendite im Autogeschäft ging im abgelaufenen Quartal auf neun von 9,6 Prozent zurück. Der Konzern investiert Milliarden in neue Technologien, wie etwa das Elektroauto i3, das Mitte November auf den Markt kommt. Auch die Personalkosten seien gestiegen, erklärte BMW. Bei der Rendite schnitt Konkurrent Audi mit 9,4 Prozent besser ab, allerdings fiel der Wert auch bei den Ingolstädtern schwächer aus als vor Jahresfrist. Einzig Rivale Daimler konnte zuletzt Fortschritte vorweisen: In der Pkw-Sparte legte die Marge auf 7,3 Prozent zu. Die Stuttgarter riefen zudem die Trendwende zum Besseren aus.

Der BMW-Konzernumsatz schrumpfte von Juli bis September leicht um 0,4 Prozent auf 18,75 Milliarden Euro. Dabei hatte der Konzern die Zahl der Auslieferungen im selben Zeitraum um fast 50.000 auf 482.000 Fahrzeuge gesteigert. In den ersten neun Monaten des Jahres liegt der BMW-Umsatz bei 55,8 Milliarden Euro und damit ebenfalls knapp unter dem Vorjahreswert.

Der Konzern behält die gewohnte Vorsicht bei: Es gebe zwar erste Anzeichen für eine Stabilisierung auf den europäischen Automärkten, aber das wirtschaftliche Umfeld bleibe auch in den kommenden Monaten volatil und herausfordernd, hieß es. In Europa hält die Schuldenkrise viele Pkw-Märkte weiter im Würgegriff. Die Branche versucht mit hohen Preisnachlässen, die Kunden zum Autokauf zu bewegen. Unter der Rabattschlacht leiden auch die Oberklasse-Hersteller, die in Europa rund die Hälfte ihrer Fahrzeuge verkaufen. Sie profitieren allerdings davon, dass teure Limousinen und Geländewagen in großen Märkten wie China oder den USA weiter reißenden Absatz finden.

Für 2013 bekräftigte BMW die Prognose, wonach das Konzernergebnis vor Steuern in der Größenordnung des Vorjahres liegen soll. Der Absatz der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce soll im einstelligen Prozentbereich wachsen. „Wir sind nach dem guten dritten Quartal auf einem guten Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen“, sagte Konzernchef Norbert Reithofer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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