Quartalsbilanz
ArcelorMittal verbucht deutlichen Gewinn

Raus aus der Krise: Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor-Mittal ist zuversichtlich, in diesem Jahr besser abzuschneiden als 2010. Wie der Konzern mitteilte, erwartet der Konzern für das zweite Quartal deutliche Gewinne.
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BrüsselDer weltgrößte Stahlkocher Arcelor-Mittal setzt auf die USA: Die Erholung der Wirtschaft feuere die Nachfrage weiter an und höhere Stahlpreise glichen die steigenden Kosten mehr als aus, gab der Stahlkonzern am Mittwoch bekannt. Der Thyssen-Krupp-Rivale rechnet in diesem Jahr weltweit mit einer um bis zu sieben Prozent höheren Stahlnachfrage, in Nordamerika sogar von bis zu zehn Prozent. Vor allem in der amerikanischen Auto-, Maschinenbau- und Energie-Branche habe der Bedarf angezogen.

Arcelor-Mittal blieb daher zuversichtlich, 2011 besser abzuschneiden als 2010. Im zweiten Quartal könnte das operative Ergebnis (Ebitda) 3,0 bis 3,5 Milliarden Dollar betragen und den höchsten Stand seit 2008 erreichen, als die Wirtschaftskrise die Stahlbranche mit nach unten zog, teilte der Konzern mit.

Im ersten Quartal legte das operative Ergebnis um über 50 Prozent auf 2,58 Milliarden Dollar im Vergleich zum Vorjahresquartal zu und übertraf damit die Prognose der Analysten. Der Umsatz kletterte um rund 27 Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar, blieb damit aber leicht unter den Markterwartungen.

Der gute Start ins Jahr sei sowohl gestiegenen Preisen als auch höheren Liefermengen zu verdanken, sagte Konzernchef Lakshmi Mittal. Die Auslastung der Hochöfen steige in den kommenden Monaten weiter auf 80 Prozent. Für das zweite Halbjahr wollte Finanzchef Aditya Mittal keine Voraussage machen. Die Liefermengen gingen dann allerdings in der Regel zurück. Auch bliebe die Nachfrage in der Baubranche - ein großer Markt für Stahlprodukte - sowohl in den USA als auch Europa schwach. Zudem belasteten die Unruhen in der arabischen Welt und die Erdbebenkatastrophe in Japan.

Der Markt zeigte sich daher skeptisch. „Besser als das zweite Quartal wird es 2011 wohl nicht“, sagte Commerzbank-Analyst Ingo-Martin Schachel. Die Branchenexperten fürchteten rückläufige Margen im zweiten Halbjahr. So erwartet Analyst John Klein von der Berenberg Bank eine Verlangsamung des Wachstums bei gleichzeitig steigenden Rohstoffpreisen. Die Papiere von Arcelor-Mittal gaben 1,6 Prozent nach und zogen auch Konkurrenten wie ThyssenKrupp oder Salzgitter mit ins Minus. Voestalpine hielt sich dagegen im Plus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Einfach unglaublich...diese Analysten sollte man erschlagen! Reine Spekulation zu deren investigaativen Vorteilen.
    Als ob es in Stein geschlagen steht, das es nicht möglich ist, steigende Rohstoffkosten an Verbraucher weiter zu geben. Des weiteren wurden wir die letzten Tage bereits sehr schön in Kenntnis gesetzt, dass Rohstoffpreise auch Abwärtsbewegungen kennen lernen können.

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