Quartalsbilanz
Beiersdorf verdient mit neuen Produkten

Mit neuen Produkten und seinem Sparprogramm konnte der Kosmetikkonzern Beiersdorf im ersten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Im Gesamtjahr will der Nivea-Hersteller stärker wachsen als der Markt, der Jahresgewinn werde aber von der angekündigten Restrukturierung belastet werden.

HB HAMBURG. Von Januar bis März erhöhte sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) des Nivea-Herstellers nach Angaben vom Donnerstag um zwölf Prozent auf 162 Mill. Euro. Damit erfüllte der Traditionskonzern die Erwartungen von Analysten. Der um Währungseffekte bereinigte Konzernumsatz kletterte um sechs Prozent auf knapp 1,3 Mrd. Euro. Die operative Rendite verbesserte sich auf 12,7 von 12,3 Prozent. Bis zum Jahresende soll sie weiter steigen. „Die Ergebnisse werden überproportional zum Umsatz wachsen“, prognostizierte Finanzchef Rolf-Dieters Schwalb im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Beiersdorf will 2006 sowohl in Westeuropa als auch im Inland stärker als der übrige Markt wachsen und stützt seine Hoffnungen vor allem auf die schnell wachsende Marke „Nivea for Men“. Im ersten Quartal legte die Herrenkosmetik nach Branchenangaben hier zu Lande um 30 Prozent zu.

Das anlaufende Sparprogramm werde im laufenden Jahr noch nicht nennenswert zum Gewinn beitragen. Allerdings seien erste Effekte bereits spürbar. „Allein die Ankündigung einer Neuausrichtung führt natürlich zu Einsparungen. Jetzt strengen sich alle besonders an, damit es sie nicht trifft“, sagte der Finanzvorstand. Vor den erwarteten Einsparungen schlagen 2006 zunächst Kosten von 70 Mill. Euro vor Steuern zu Buche. 2007 will Beiersdorf durch die Straffung der Abläufe vom Einkauf bis zum Vertrieb 30 Mill. Euro einsparen. Die volle Wirkung soll das Sparprogramm mit 100 Mill. Euro 2009 entfalten.

Der vom Kaffeeröster Tchibo kontrollierte Beiersdorf-Konzern erwägt, im Zuge des Restrukturierungsprogramms Werke in Schweden und in den Niederlanden zu schließen und die Produkte künftig an anderen Standorten herzustellen. Die Fertigung von Wundversorgungsprodukten wird von Hamburg nach Spanien verlagert.

Wachstumsträger im ersten Quartal war abermals die Konsumprodukte-Sparte mit der Marke Nivea an der Spitze, die den Umsatz bereinigt um 5,5 Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro steigerte. Im Inland fiel der Zuwachs mit einem halben Prozent mager aus, in Osteuropa kletterten die Erlöse um 21 Prozent. Hoch war das Wachstum auch in Lateinamerika, wo Beiersdorf bei Kosmetikprodukten um 22 Prozent zulegte. In Westeuropa (ohne Deutschland) erhöhte sich der Spartenumsatz um 4,2 Prozent.

Analysten werteten das Wachstum in Westeuropa als zeichen für ein besseres Konsumklima. Dieser Trend werde durch die Entwicklung der Konkurrenten Henkel und L'Oreal untermauert, sagte Heinz Müller von der DZ Bank. Beiersdorf erwirtschaftet nur noch ein Viertel des Umsatzes in Deutschland, drei Viertel stammen aus dem Ausland - mit steigender Tendenz.

Die Klebstoffsparte Tesa steigerte ihren Umsatz um zehn Prozent auf 200 Mill. Euro und erwies sich mit einer operativen Rendite von 9,6 Prozent erneut als Ertragsperle.

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