Quartalsbilanz
BMWs Glückssträhne reißt

Der Münchner Autobauer BMW wird seit Jahren vom Erfolg verwöhnt: Die Zahl der gebauten Fahrzeuge, Umsatz und Ergebnis sind unaufhörlich gestiegen. Da lässt ein Gewinnrückgang von einem Drittel zum Jahresanfang aufhorchen. Die Bayerischen Motorenwerke müssen mit gleich mehreren Problemen kämpfen.

HB MÜNCHEN. Das Ergebnis vor Steuern sackte im ersten Quartal um 34 Prozent auf 852 Mill. Euro ab, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum war allerdings ein Buchgewinn von 375 Mill. Euro aus dem Verkauf von Anteilen am britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce angefallen. Bereinigt um diesen Sondereffekt sank das Vorsteuerergebnis immer noch um 11,7 Prozent.

Als weitere Ursachen für den Rückgang nannte BMW den starken Euro, der Exporte nach Übersee verteuerte. Zudem belasteten hohe Rohstoffpreise und Kosten für die Einführung neuer Modelle das Ergebnis. Die britische Tochter Mini hatte Ende 2006 den Klassiker neu aufgelegt. BMW selbst bringt in diesem Jahr zahlreiche neue Modelle auf den Markt, unter anderem ein neues 3er-Cabrio sowie überarbeitete Versionen der 1er-Reihe sowie der 5er-Limousine.

Nach Steuern brach das Ergebnis um 38 Prozent auf 587 Mill. Euro ein. Damit lag BMW leicht über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit einem Gewinn von 571 Mill. Euro gerechnet hatten. Der Umsatz kletterte um knapp 3 Prozent auf 11,95 Mrd. Euro

Im ersten Quartal stieg die Zahl der Auslieferungen der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce aber nur minimal auf 333 276. Die Marke BMW verzeichnete einen Anstieg von 1 Prozent auf gut 286 000 Autos, beim Mini gab es indes ein Minus von mehr als 5 Prozent auf knapp 47 000 Einheiten. Dagegen verkaufte der Erzrivale Audi im ersten Quartal mehr als 248 000 Autos, gut 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Konzern liege voll auf Kurs, sagte Konzern-Chef Norbert Reithofer. „In den kommenden Monaten gehen wir von einer spürbaren Belebung der Geschäftsentwicklung aus.“ Im Gesamtjahr wolle BMW weiterhin den Absatz von zuletzt 1,4 Mill. verkauften Fahrzeugen um einen prozentual höheren einstelligen Prozentwert steigern. Das Vorsteuer-Ergebnis solle bereinigt um den Sondereffekt im Vorjahr über dem Rekordwert 2006 liegen. Damit will BMW vor Steuern weiterhin mehr als 3,75 Mrd. Euro verdienen. Im Vorjahr waren es einschließlich des Rolls-Royce-Verkaufs erstmals 4,1 Mrd. Euro.

An der Börse verloren BMW-Aktien im frühen Handel trotz der Worte Reithofers knapp 2 Prozent auf 45,10 Euro.

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