Quartalsbilanz
Daimler reüssiert trotz Chrysler

Selbst ein Milliardenverlust bei der gerade verkauften US-Tochter Chrysler hat den Daimler-Konzern im abgelaufenen ersten Quartal nicht stoppen können. Der Stuttgarter Autobauer hat das Ergebnis des Vorjahres und auch die Erwartungen der Analysten bei weitem übertroffen.

HB STUTTGART. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sei von 1,8 Mrd. Euro im Vorjahr auf 2,0 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Konzern am Dienstag in Stuttgart mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem operativen Gewinn von 1,5 Mrd. Euro gerechnet. Der Umsatz verringerte sich dagegen von 37,4 auf 35,4 Mrd. Euro, weil der Fahrzeugabsatz um 5 Prozent auf 1,1 Mill. Autos zurückgegangen war. Während sich Mercedes' gut verkauften, hielten sich die Kunden bei Chrysler und den Schwesterfirmen Dodge und Jeep zurück. Hinzu kamen negative Wechselkurseffekte aufgrund des starken Euro.

Unterm Strich verdiente Daimler-Chrysler knapp 2 Mrd. Euro. Das Geld kam vor allem aus dem Verkauf eines großen Aktienpakets am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Alleine dieses Geschäft brachte Daimler 1,6 Mrd. Euro ein. Im Vorjahr hatte der Autobauer lediglich 0,8 Mrd. Euro verdient. Für das aktuelle Vierteljahr waren die Analysten von 1,1 Mrd. Euro Überschuss ausgegangen.

Ohne die US-Tochter Chrysler wäre das Ergebnis noch weitaus besser ausgefallen. Hier belief sich der operative Verlust im ersten Quartal auf 1,5 Mrd. Euro; alleine die Restrukturierung des strauchelnden Autoherstellers ging mit 914 Mill. Euro ins Geld. Dagegen erwirtschaftete die Mercedes-Pkw-Gruppe ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 792 Mill. Euro. Vor einem Jahr schlug hier noch ein Minus von 735 Mill. Euro zu Buche.

Jahresprognose rauf

Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern einen Vorsteuergewinn von 7 Mrd. Euro. Im Jahr 2006 betrug der Gewinn 5,5 Mrd. Euro. In der Prognose ist allerdings die Neuausrichtung des Konzerns nach dem Verkauf von Chrysler noch nicht berücksichtigt. Diese werde das Ergebnis deutlich belasten, hatte es am Montag geheißen. Daimler hat vier Fünftel von Chrysler an den Finanzinvestor Cerberus verkauft; das Geschäft soll im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Der Konzernabsatz soll in diesem Jahr leicht über die 153 Mrd. Euro aus 2006 steigen. Während sich die Verkäufe der Sparte Mercedes Car Group (Mercedes, Smart, Maybach) mindestens auf Vorjahresniveau bewegen sollen, wollen die Amerikaner besser abschneiden als im Vorjahr. Vor allem die gesunkene Nachfrage nach Geländewagen und leichten Trucks, mit denen Chrysler einen Großteil seines Geschäfts macht, hatte dem Unternehmen Probleme bereitet.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Aktie stieg direkt nach Bekanntgabe um 3,6 Prozent auf fast 64 Euro.

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