Quartalsbilanz
Fiat macht Gewinnsprung

Das Auto-Geschäft des italienischen Industriekonzerns Fiat erholt sich überraschend stark. Das Turiner Traditionsunternehmen wies am Montag den dritten Quartalsgewinn in Folge für die krisengeschüttelte Sparte Fiat Auto aus, die auch die Marken Alfa Romeo und Lancia umfasst.

HB MAILAND. Dadurch kletterte das operative Ergebnis des Konzerns unerwartet deutlich um 83 Prozent auf 659 Mill. Euro. Europas fünftgrößter Autohersteller hob zudem seine Prognose für das Gesamtjahr an und bekräftigte den Ausblick für 2007. Konzernchef Sergio Marchionne hat nach mehreren Verlustjahren mit einem massiven Sparprogramm und der Markteinführung populärer Modelle wie dem neuen Punto Ende 2005 die Ertragswende bei Fiat herbeigeführt.

Der operative Gewinn für Fiat Auto belief sich im abgelaufenen Quartal auf 88 Mill. Euro und lag damit etwas höher als erwartet. Vor einem Jahr war noch ein Verlust in dieser Höhe angefallen. Der Umsatz der Autosparte stieg um knapp 19 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro. Der gesamte Konzern erzielte Erlöse von 13,6 Mrd. Euro, was einem Plus von 13 Prozent entspricht. „Wir sind nun optimistischer für die zweite Jahreshälfte“, erklärte das Unternehmen. Daher erhöhte Fiat die Prognose für den operativen Gewinn 2006 auf 1,85 Mrd. Euro von bislang angepeilten 1,6 bis 1,8 Mrd. Euro.

Nach den Krisenjahren Anfang dieses Jahrzehnts will sich Fiat als Italiens größte Industriegruppe künftig auf das Kerngeschäft, also die Produktion von Autos, Bussen und Lastwagen sowie Maschinen für die Landwirtschaft konzentrieren. Hier gab der Konzern am Montag vor Veröffentlichung der Zahlen den Ausbau von Partnerschaften an den Wachstumsmärkten China und Russland bekannt. So baut Fiat mit der russischen Firma Severstal-Avto künftig in einer neuen Fabrik Lieferwagen vom Modell Ducato. Zudem will Fiat in China investieren und mit dortigen Partnern Lastwagen und Busse sowie Motoren bauen.

Fiat-Aktien legten am Montag um rund ein Prozent zu. Positive Nachrichten für die Anleger kamen auch aus Frankreich: Die französische Großbank Credit Agricole will bei Fiats Finanzierungssparte einsteigen und dabei rund eine Milliarde Euro investieren. Im Rahmen der Übereinkunft ist die Auslagerung in ein Gemeinschaftsunternehmen geplant. Dieses soll den Namen Fiat Auto Financial Services (FAFS) bekommen. Es hätte ein Portfolio von 13 Mrd. Euro und soll in 13 europäischen Ländern aktiv sein. Das Unternehmen bietet Fiat zufolge unter anderem Privatkunden Finanzierungen an und will auch bei Autovermietungen mitmischen. Damit würde die bisher als Fidis Retail firmierende Fiat-Sparte ihre Aktivitäten ausweiten. Fiat hatte 2001 die Mehrheit an der Finanzierungssparte an eine Gruppe von Banken veräußert und dafür 370 Mill. Euro eingenommen. Wegen hoher Verluste in den Jahren 2002 bis 2004 hatte sich der Konzern von vielen Teilbereichen getrennt. Jetzt wollen die Turiner eine Option ziehen, die einst verkauften 51 Prozent zurückzuerwerben, und dann ihre Aktivitäten unter einem Dach bündeln sowie mit der Credit Agricole über das Gemeinschaftsunternehmen neu ausrichten. Die Transaktion mit den Franzosen soll bis spätestens Mitte 2007 abgeschlossen werden.

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