Quartalsbilanz
Konzerne sparen sich fit für 2007

Deutschlands führende Konzerne kehren zur Normalität zurück: Nach Wachstumsraten von gut 30 Prozent beim Nettogewinn in der ersten Jahreshälfte zeichnet sich bei den 30 Dax-Unternehmen im dritten Quartal nur noch eine Steigerung von knapp zehn Prozent ab. Der Grund dafür ist zugleich ein Indiz für einen neuen Ertragsrekord 2007.

DÜSSELDORF. Trotz des geringeren Gewinnwachstums werden die Dax-Firmen im dritten Quartal nach Berechnungen der Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) mit knapp zwölf Mrd. Euro so viel wie noch nie zwischen Juli und September verdienen. Mit dem Software-Spezialisten SAP präsentiert am Donnerstag der erste Konzern im Deutschen Aktienindex (Dax) seine Zahlen zum dritten Quartal.

Ein wichtiger Grund für die aktuelle Schwäche sind einmalige Restrukturierungsaufwendungen, da viele Dax-Konzerne unbeirrt ihre Kostensenkungsprogramme vorantreiben. „Bei vielen Unternehmen kommen Sonderbelastungen ins dritte Quartal hinein“, sagt Kai Franke von der BHF-Bank. Mit den Restrukturierungen legen die Firmen aber auch das Fundament für eine kräftigere Gewinndynamik im kommenden Jahr. Die Experten des Finanzdatenspezialisten Factset/JCF rechnen daher trotz der erwarteten konjunkturellen Eintrübung für 2007 mit dem vierten Rekordgewinnjahr in Folge. Bei Factset laufen die Prognosen der Analysten aller großen Investmenthäuser sowie die Daten der Unternehmen zusammen.

Kräftige Gewinnsteigerungen prophezeit Factset im kommenden Jahr nicht nur für Daimler-Chrysler, Tui, Post und Telekom, sondern auch für Siemens und Adidas. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld dürfte bis dahin seinem Ziel näher gekommen sein, sich von unrentablen Geschäftsbereichen zu trennen. Deshalb rechnet Factset mit einem Ergebnisplus von 50 Prozent. Adidas wird 2007 Fortschritte bei der Integration von Reebok machen.

Zudem stimuliert das Umfeld. „Die niedrigeren Ölpreise wirken wie Steuersenkungen. Die Inflationsraten werden sinken und die Ausgaben steigen“, sagt Chefstratege Tony Dolphin von der britischen Investmentgesellschaft Henderson. „Starke Auftragseingänge bei den Unternehmen und eine hohe Industrieproduktion zeigen, dass der Aufschwung länger währt, als wir dachten. Die Auftragsbücher sind prall gefüllt“, sagt Carsten Klude von der Hamburger Privatbank M.M. Warburg. Wie die meisten Experten rechnet er damit, dass es 2007 nicht zu dem noch im Sommer befürchteten Einbruch kommt: „Europa und die vielen Schwellenländer fangen eine Abschwächung in den USA auf“, ist sich Klude sicher.

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