Quartalsbilanz
Merck senkt Umsatzprognose

Merck hat im dritten Quartal im operativen Geschäft weniger verdient als vor Jahresfrist. Außerdem erwartet der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern für 2006 ein Umsatzwachstum von knapp zehn Prozent und liegt damit unter den bisherigen Prognosen.

HB FRANKFURT. Der operative Gewinn sei in den Monaten Juli bis September um 9,7 Prozent auf 262,3 Mill. Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Dienstag am Firmensitz mit. Der Gewinn nach Fremdanteilen sank im Berichtszeitraum um 20,5 Prozent auf 144,3 Mill. Euro. Der Konzernumsatz erhöhte sich dagegen um fünf Prozent auf 1,536 Mrd. Euro.

„Im dritten Quartal haben wir akzeptable Ergebnisse erzielt, wenn man berücksichtigt, dass im Vorjahreszeitraum 70 Mill. Euro Einmalzahlungen enthalten waren“, erklärte Firmenchef Michael Römer. Die Zahlungen im Vorjahreszeitraum stammten aus aus Vermarktungs- und Lizenzvereinbarungen mit den Unternehmen Takeda aus Japan und der Tochter Organon des niederländischen Akzo-Nobel-Konzerns.

Bereinigt um diesen Sondereffekt hätte Merck seinen operativen Gewinn um 19 Prozent gesteigert, hieß es. Analysten hatten Merck im Schnitt 259 Millionen Euro zugetraut. Die Enttäuschung der Investoren hielt sich dementsprechend in Grenzen: Die im Nebenwerteindex MDax notierte Merck-Aktie büßte zu Handelsbeginn rund zwei Prozent auf 79 Euro ein, halbierte die Verluste aber zügig. Für 2006 erwartet das Familienunternehmen, das nach der gescheiterten Offerte für Schering jüngst die Übernahme der Schweizer Biotechfirma Serono für elf Milliarden Euro angekündigt hatte, weiterhin einen prozentual deutlich zweistelligen Anstieg des operativen Gewinns.

„Unser solider Geschäftsverlauf kombiniert mit der im September angekündigten Akquisition von Serono wird es Merck ermöglichen, im globalen Pharmawettbewerb erfolgreich zu bestehen“, erklärte Römer. Im Pharmageschäft stiegen die Umsätze im dritten Quartal um 7,3 Prozent auf 1,031 Mrd. Euro. Der operative Gewinn des Bereichs sank dagegen um 24 Prozent auf 139 Mill. Euro. Mit ihrem Krebsmedikament Erbitux setzten die Darmstädter 87 Mill. Euro um, ein Plus von 46 Prozent.

In der Chemiesparte verzeichnete Merck ein leichtes Umsatzplus auf 496 Mill. Euro, wobei der operative Gewinn um zwölf Prozent auf 137 Mill. Euro zunahm. Mit Flüssigkristallen setzte Merck 207 Mill. Euro um, ein Plus von 4,4 Prozent. Merck ist Weltmarktführer bei den Kristallen, die unter anderem in Notebooks, TV-Flachbildschirmen oder Handy-Displays zum Einsatz kommen. Merck erzielte im Geschäft mit den Kristallen im Quartal eine Umsatzrendite von 50,3 Prozent.

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