Quartalsbilanz: Nissan hinterlässt heftige Bremsspuren

Quartalsbilanz
Nissan hinterlässt heftige Bremsspuren

Der japanische Autohersteller Nissan hat im Quartal einen überraschend starken Gewinnrückgang hinnehmen müssen und seine Prognose für das gesamte Geschäftsjahr gesenkt. Zudem musste Nissan seinen Platz als zweitgrößter japanischer Autobauer an einen Konkurrenten abtreten .

HB TOKIO. Von Oktober bis Dezember sei der operative Gewinn um 16,6 Prozent auf 183,07 Mrd. Yen (etwa 1,16 Mrd. Euro) gefallen, teilte der Konzern am Freitag mit. Der Nettogewinn sank um 22,6 Prozent auf 104,5 Mrd. Yen. Das US-Geschäft erhole sich nur langsam, hieß es.

Wegen schleppender Verkäufe in den USA erwartet Nissan im Gesamtjahr erstmals seit sieben Jahren mit einem Gewinnrückgang. Der Autobauer senkte seine Gewinnprognose für das noch bis 31. März laufende Geschäftsjahr 2006/2007 am Freitag um zwölf Prozent auf 460 Mrd. Yen (2,9 Mrd. Euro). Zuvor waren noch 523 Mrd. Yen erwartet worden. Operativ wird jetzt noch mit einem Ertrag von 775 Mrd. Yen gerechnet, zwölf Prozent weniger als bisher geschätzt. Dagegen rechnet Nissan wegen des schwachen Yen mit einem Umsatz von 10,5 Billionen Yen statt bisher 10,1 Billionen Yen.

Das Absatzziel von weltweit 3,73 Mill. Fahrzeugen werde schwierig zu erreichen sein, hieß es. Eine neue Zielmarke wurde nicht genannt. Neben der Absatzschwäche auf dem wichtigen US-Markt trug ein Mangel an neuen Modellen zu den verringerten Ertragsaussichten bei. Es wäre der erste Gewinnrückgang im Jahresvergleich seit Präsident Carlos Ghosn 2000 das Steuer bei den Japanern übernahm. In den ersten neun Geschäftsmonaten sank Nissans globaler Absatz um 5,7 Prozent zum Vorjahr auf 2,5 Mill. Wagen, wobei der Absatz auf dem japanischen Heimatmarkt um 13,1 Prozent auf 498 000 Autos schrumpfte.

Der Rückgang der Quartalszahlen fiel drastischer aus, als am Markt erwartet worden war. Analysten hatten mit einem operativen Gewinn von 218,7 Mrd. und einem Nettogewinn von 132,2 Mrd. Yen gerechnet. Es war der vierte Gewinnrückgang im Quartal in Folge. Das zu 44 Prozent im Besitz der französischen Firma Renault befindliche Unternehmen war im vergangenen Jahr vom Konkurrenten Honda vom zweiten Platz der nach Produktion größten japanischen Autohersteller verdrängt worden.

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