Quartalsbilanz
Phonak ist Siemens auf den Fersen

Der Hörgerätespezialist Phonak rückt immer näher an den Marktführer Siemens ran. Die erste Hälfte des Geschäftsjahres haben die Schweizer mit Rekordwerten bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen.

HB STÄFA. Der Gewinn stieg im Zeitraum von April bis Ende September um rund ein Drittel auf einen neuen Höchstwert von 102 Mill. sfr, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz wurde um 29 Prozent auf 504,2 Mill. Schweizer Franken (sfr) gesteigert und überwand damit erstmals in der Firmengeschichte die 500-Millionen-Grenze. Und wenn die Wettbewerbsbehörden den Kauf des dänischen Konkurrenten ReSound im kommenenden Jahr gutheissen, will sich der neue Konzern vor Siemens an die Weltmarktspitze setzen.

Der Ausblick fällt allerdings recht vorsichtig aus: Im zweiten Halbjahr werde der Umsatz nicht mehr im gleichen Tempo zulegen wie im Ersten. Im Gesamtjahr sollte der Umsatz organisch um zehn Prozent klettern. Die Betriebsgewinn (EBITA)-Marge solle im Gesamtjahr ein Prozentpunkt über dem Vorjahreswert von 24,6 Prozent liegen. Die Aktie des Unternehmens gab bis zum Nachmittag um 1,3 Prozent auf 91,00 sfr nach.

Mit dem Durchbrechen der 500-Millionen-Marke beim Umsatz habe Phonak „eine in gewisser Weise magische Zahl“ vorgelegt, sagte Konzernchef Valentin Chapero bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. Noch vor vier Jahren habe man ein volles Jahr benötigt, um eine solche Umsatzsumme zu erwirtschaften. Die Entwicklung zeige das „dramatische Wachstumspfad“ des Konzerns.

Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im ersten Halbjahr um knapp 29 Prozent auf 124,5 Mill. sfr. Analysten hatten im Durchschnitt einen Halbjahresumsatz von 482,2 Mill. sfr, ein EBIT von 121,5 Mill. sfr und einen Reingewinn von 98,3 Mill. sfr erwartet. Beim Ausblick ist die geplante Integration der dänischen ReSound Gruppe noch nicht berücksichtigt. Der im Oktober vereinbarte Kauf des Konkurrenten für 3,3 Mrd. sfr soll nach derzeitiger Planung im ersten Halbjahr 2007 vollzogen werden. Chapero rechnet „irgendwann im Frühjahr oder Sommer“ damit. Laut Finanzchef Oliver Walker gibt es eine „gewisse Wahrscheinlichkeit“, dass die Wettbewerbsbehörden noch vor Ende des Geschäftsjahres grünes Licht für die Übernahme geben. „Aber das ist nicht vorhersagbar“, fügte er hinzu. Der integrierte Konzern will mit einem Marktanteil von dann rund 34 Prozent auf dem Hörsystemmarkt an Siemens vorbeiziehen.

Derzeit liegt Phonak gleichauf mit dem dänischen Konkurrenten William Demant, aber hinter dem deutschen Weltmarktführer. Phonak sieht sich für den Kampf um die Spitze gut gerüstet: Seine Produktpalette schätzt das Unternehmen als eine der stärksten der Branche ein. Zudem sei die Produktpipeline „gut gefüllt“. Im Oktober wurde Savia Art lanciert - ein digitales Hörsystem der Hochpreisklasse.

Auch mittelfristig sieht Chapero glänzende Wachstumsaussichten für sein Unternehmen: Die Generation der geburtenstarken Jahrgänge komme nun in ein Alter, in dem vermehrt Hörprobleme auftauchten. Auch Jüngere seien verstärkt Lärmquellen ausgesetzt. Die Entwicklung sei zwar „schlecht für die Gesellschaft, aber gut für unser Geschäft“, konstatierte der Firmenchef.

Merrill Lynch hat laut Händlern das Kursziel für Phonak auf 102 sfr von zuvor 90 sfr angehoben und das Rating „Buy“ bestätigt. Kepler Equities stufte hingegen das Rating auf „Reduce“ von zuvor „Buy“ zurück. Das Kursziel betrage neu 95 sfr nach zuvor 91 sfr.

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