Quartalsbilanz und Prognose
Daimler-Chrysler enttäuscht die Börse

Wegen hoher Sanierungskosten für die Kleinwagenmarke Smart hat der Autobauer Daimler-Chrysler im ersten Quartal nur einen geringen Gewinnzuwachs erzielt.

HB STUTTGART. Der Verlust der Mercedes-Gruppe fiel höher als erwartet aus, bei Chrysler halbierte sich der Betriebsgewinn. Die Börse reagierte enttäuscht.Der Konzernüberschuss sei auf 299 Millionen Euro von 288 Millionen Euro ein Jahr zuvor gestiegen, teilte der Konzern am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Erwartungen der Analysten verfehlte Daimler-Chyrsler damit klar.

Fast 90 Prozent des Gewinns lieferten Finanzdienstleistungen, der Fahrzeugbau steuerte nur elf Prozent bei. Auch mit dem Geschäftsausblick für das laufende Jahr konnte Daimler-Chrysler nicht überzeugen: Beim Absatz ist trotz neuer Modelle kein Wachstum absehbar. Der in Aussicht gestellte Anstieg des Betriebsgewinns auf sechs Milliarden Euro von 5,19 Milliarden Euro 2005 liegt unter den bisherigen Schätzungen des Finanzmarkts.

An der Börse führten die Aktien des Autobauers die Riege der Kursverlierer an, sie gaben 4,4 Prozent auf 44,63 Euro nach. Der Entwicklung des Leitindex Dax und des Index der europäischen Autowerte hinkt der Kurs damit seit Jahresbeginn gut zehn Prozent hinterher.

Während einige Analysten den Kursrückgang als überzogen werteten, äußerten andere Enttäuschung über den hohen operativen Verlust bei der Mercedes-Pkw-Gruppe. Die frühere Ertragsperle mit den Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach bleibe wegen der Smart-Sanierung und des Personalabbaus „die große Unbekannte“ in diesem Jahr, sagte Michael Raab von Sal. Oppenheim. Finanzchef Bodo Uebber versicherte, die Rendite werde 2007 auf sieben Prozent des Umsatzes steigen. Dieses Ziel soll mit weniger Personal, flexiblerer Produktion und der Einstellung des viersitzigen Smart erreicht werden.

Die bisher unter Qualitätsproblemen und Überkapazitäten leidende Mercedes-Gruppe erzielte in den Monaten Januar bis März zwar ein kräftigen Absatzplus von mehr als zwölf Prozent auf 295.000 Fahrzeuge. Dennoch fiel ein operativer Verlust von 678 Millionen Euro nach knapp einer Milliarde Euro vor Jahresfrist an. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur einem Minus von 532 Millionen Euro gerechnet. Für die Sanierung von Smart gab Daimler erneut knapp eine Milliarde Euro aus, der Bau des viersitzigen Modells des Kleinwagens soll bis Ende Juni eingestellt werden. Der Abbau von knapp zehn Prozent der Stellen bei Mercedes kostete 203 Millionen Euro für Abfindungen.

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