Quartalsbilanz
Volvo profitiert von Lkw-Hamsterkäufen

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo hat nach einem Gewinn- und Umsatzanstieg im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sein Margenziel angehoben. Experten erwarten, dass der Lkw-Markt in diesem Jahr auf beiden Seiten des Atlantiks seinen Höhepunkt erreicht.

HB STOCKHOLM. Der operative Gewinn sei gegenüber dem Vorjahresquartal um 24 Prozent auf fast 5 Milliarden schwedische Kronen (540 Millionen Euro) gestiegen, teilte Volvo am Dienstag in Göteborg mit. Beim Umsatz legte Volvo um 9,3 Prozent auf 57,4 Milliarden Kronen zu.

Der Vorsteuergewinn sank zwar von 4 auf 3,1 Milliarden Kronen. Als Grund für den niedrigen Vorsteuergewinn verweist Volvo auf eine außerplanmäßige Abschreibung bei der US-Tochter Mack Trucks in Höhe von 1,7 Milliarden Kronen. Dem habe aber eine Steuerersparnis in Höhe von mehr als zwei Milliarden Kronen gegenübergestanden. Nach Steuern stieg deswegen der Überschuss um 34 Prozent auf 3,9 Milliarden Kronen.

Experten erwarten, dass der Lkw-Markt in diesem Jahr auf beiden Seiten des Atlantiks seinen Höhepunkt erreicht. Viele Kunden kauften jetzt noch kostengünstige Lastwagen, bevor strengere Emissionsregeln in Kraft treten. Im kommenden Jahr werde dagegen die Nachfrage vor allem in den USA deutlich zurückgehen.

Das Unternehmen sieht zudem die Nachfrage nach Lastwagen für 2006 am oberen Ende der Erwartungen. „Der Quartalsbericht enthält keine unerwarteten Neuigkeiten“, sagte Swedbank-Analyst Anders Bruzelius am Dienstag. An der Börse in Stockholm gab die Aktie am Vormittag 0,22 Prozent auf 449,50 Schwedische Kronen nach.

Der Umsatz belief sich Unternehmensangaben zufolge auf 57,43 Mrd. Kronen. Hier hatten Analysten mit 56,4 Mrd. Kronen gerechnet. Die Quartalszahlen wurden von einer Goodwill-Abschreibung auf den Firmenwert bei Volvos US-Tochter Mack Trucks belastet. Die befragten Analysten hatten dies berücksichtigt.

„Wir haben uns bereits auf eine geringere Produktionskapazität in den nordamerikanischen Werken vorbereitet“, teilte Volvo mit. Der Rückgang könne in der ersten Jahreshälfte bis zu 40 Prozent betragen. Der europäische Markt für Schwertransporter werde sich dagegen 2007 wohl auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Volvo steht unter dem Druck der Aktionäre, mehr Geld an die Aktionäre auszuschütten. Vorrang hätten allerdings Übernahmen, betont der Konzern. Das Unternehmen ist dabei vor allem an Zukäufen in Asien interessiert. Der Hedge-Fonds Cevian hält einen Anteil von mehr als fünf Prozent an Volvo und ist damit der zweitgrößte Einzelaktionär nach dem französischen Konzern Renault.

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