Quartalsergebnis: General Electric spürt raues Umfeld in Europa

Quartalsergebnis
General Electric spürt raues Umfeld in Europa

Der Umsatz bleibt konstant, der Überschuss des Siemens-Rivalen schnellte zugleich um 16 Prozent nach oben. Zugute kam dem Unternehmen der Verkauf des Medienunternehmens NBCUniversal.
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FairfieldFür den US-Industriekonzern General Electric zahlt sich die Rückbesinnung aufs Kerngeschäft aus. Dank gestiegener Verkäufe von Flugzeug-Triebwerken baute der Siemens-Rivale seinen Gewinn im ersten Quartal um 16 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Dollar aus. Dem weltgrößten Hersteller von Jet-Motoren und elektrischen Turbinen kam dabei zugute, dass er in einem Milliardengeschäft aus dem Fernsehsender NBC Universal ausstieg und zudem mehr Maschinen für Öl- und Gasbohrungen verkaufte. Der Umsatz stieg leicht auf 35 Milliarden Dollar, wie GE am Freitag vor Börseneröffnung in New York mitteile. GE gilt als Barometer der US-Wirtschaft, so dass die Zahlen nach zuletzt schwachen Konjunkturdaten in ersten Reaktionen für Erleichterung am Markt sorgten.

"Das ist wirklich eine nette Überraschung, sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz", sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. Die Strategie gehe auf, sich wieder aufs Kerngeschäft zurückzubesinnen. "GE ist ein hervorragendes Abbild der US-Wirtschaft, weil es so viele verschiedene Geschäftsbereiche hat", sagte Adam Sarhan von Sarhan Capital. "Dass es bei GE gut läuft, ist ein positives Zeichen für die Gesamtwirtschaft wie auch für andere Blue-Chip-Unternehmen." Allerdings hofften die Märkte auf mehr Wachstum, das in Wirtschaft wie in den Bilanzen bisher eher spärlich ausfalle.

Dennoch hatte GE Siemens beim Wachstum zuletzt abgehängt. Die Amerikaner sowie die Schweizer ABB legten auch dank Zukäufen in den vergangenen Quartalen stärker zu als die Münchner. Diese verordneten sich ein Sparprogramm und Stellenstreichungen, um die Rendite wieder nach oben zu trimmen. Rückenwind erhält GE von der Konjunktur auf dem Heimatmarkt: Anders als in Europa, wo Siemens traditionell stärker ist, investieren Unternehmen vermehrt in neue Anlagen. Experten sprechen von einer vom Schiefergas-Boom ausgelösten "Re-Industrialisierung der USA", die GE zugutekommt.

Der US-Industriegigant hatte erst Anfang April den Ausbau seines lukrativen Geschäfts mit Öl- und Gasförder-Ausrüstung mit einem Milliarden-Zukauf weiter vorangetrieben: GE übernahm den Maschinenbau-Spezialisten und Ölfeld-Dienstleister Lufkin für rund 3,3 Milliarden Dollar. Seit 2007 hat GE seine Erdölförder-Sparte mit Zukäufen im Volumen von elf Milliarden Dollar vergrößert. Inzwischen trägt sie rund zehn Prozent zum Konzernumsatz bei. Den Wandel beförderte GE auch mit der überraschend schnellen Trennung von seinen Rest-Anteilen am Medienkonzern NBC Universal, die er für 16,7 Milliarden Dollar dem Kabelnetzbetreiber Comcast überließ.

Im ersten Quartal stiegen die Aufträge im Energiegeschäft um 24 und im Luftfahrtgeschäft um 47 Prozent. Das Geschäft sei in Europa schwächer gewesen als erwartet, teilte GE mit. Dies sei aber durch die Schwellenländer ausgeglichen worden. Zudem solle 2013 mit einem Einsparungen in Höhe von einer Milliarde Dollar gegengesteuert werden.

Nach ersten Aufschlägen gaben GE-Aktien vorbörslich drei Prozent nach

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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