Quartalsgewinn gesteigert
BP trennt sich von halber Petrochemie-Sparte

Der britische Mineralölkonzern BP hat mit seinem jüngsten Quartalsgewinn überrascht und sieht sich auch für das Gesamtjahr auf gutem Weg, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Zugleich will sich der Ölriese aber von der Hälfte seiner Petrochemie-Aktivitäten trennen, um sich auf seine profitableren Sparten zu konzentrieren. Davon sind auch Standorte in Deutschland direkt betroffen.

HB LONDON/BOCHUM. British Petroleum hat im ersten Quartal dieses Jahres einen Gewinnanstieg von 14 % auf 4,82 Mrd. Dollar (4,1 Mrd Euro) erzielt. Mit dem „soliden“ Ergebnis, das in erster Linie auf die gegenwärtig hohen Rohöl-und Erdgaspreise zurückzuführen ist, „glänzte“ BP nach Ansicht britischer Analysten gegenüber dem in tiefen Schwierigkeiten steckenden Hauptrivalen, Shell.

BP-Chef Lord Browne führte das zufrieden stellende Ergebnis unter anderem darauf zurück, dass die Rohölpreise gegenwärtig auf ihren höchsten Stand seit 1990 geklettert sind. Auch der Verkauf von Anteilen an zwei führenden chinesischen Ölfirmen und eine erfreuliche Entwicklung bei dem russischen Joint Venture TNK-BP hätten sich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt. Laut Browne ist BP auf dem besten Weg, seine für 2004 gesetzten Ziele zu erreichen. Dazu gehöre auch die Aussicht auf ein Aktien-Rückkaufprogramm.

Nach Ansicht von Analysten hat BP von den „schlechten Nachrichten“ über den Rivalen Shell profitiert. Im Gegensatz zu Shell habe BP sich aber stets darum bemüht, das Vertrauen seiner Aktionäre zu wahren. Sie seien - im Gegensatz zu den Shell-Teilhabern - immer korrekt über den genauen Stand der Ölreserven und der Unternehmenspolitik dazu informiert worden.

Nach Mitteilung von BP in Bochum soll der Geschäftsbereich Olefine und Derivate (O&D) mit Beginn des neuen Jahres zunächst in eine selbstständige Gesellschaft überführt und dann in der zweiten Hälfte 2005 an die Börse gebracht werden. In Deutschland sind unter anderem Standorte in Köln mit 2100 Beschäftigten und Marl (200) direkt betroffen. „Ein Arbeitsplatzabbau ist nicht geplant“, sagte eine Sprecherin. BP gehört nach eigenen Angaben zu den drei größten Petrochemie-Unternehmen der Welt.

Der Börsengang werde sich über mehrere Jahre hinziehen. BP wolle zunächst für zwei oder drei Jahre Mehrheitsaktionär bleiben, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Weltweit beschäftigt BP im O&D-Geschäft derzeit rund 7500 Menschen an 24 Standorten.

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