Industrie

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Quartalszahlen: Alcoa kehrt in die Gewinnzone zurück

Aluminium wird in vielen Branchen gebraucht. Deshalb gelten die Zahlen des Aluminiumkonzerns Alcoa als Gradmesser für die Konjunktur. Nach einer vorsichtigen Prognose meldet das US-Unternehmen nun wieder Gewinne.

Der Chef des Aluminiumhersteller Alcoa, Klaus Kleinfeld, läutet die Bilanzsaison in den USA ein. Quelle: dapd
Der Chef des Aluminiumhersteller Alcoa, Klaus Kleinfeld, läutet die Bilanzsaison in den USA ein. Quelle: dapd

New YorkDer US-Aluminiumriese Alcoa macht der Wirtschaft Mut in schwierigen Zeiten. Mit der Rückkehr in die schwarzen Zahlen und einer vorsichtig optimistischen Geschäftsprognose lieferte der als Konjunkturbarometer geltende Konzern einen hoffnungsvollen Start in die Saison der US-Unternehmensberichte. Überraschend starke Umsätze deuten darauf hin, dass es in den von Alcoa belieferten Schlüsselindustrien größtenteils nicht schlecht läuft.

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Das von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geführte Unternehmen trotzte dem immensen Preisdruck in seiner Branche sowie den Belastungen durch den Haushaltsstreit in Washington. Die Bäume schießen aber noch nicht in den Himmel, wie das Management deutlich machte: Um die Gewinne zu sichern, bleiben Einsparungen immer noch das Erfolgsrezept. An den Börsen sorgte der Zwischenbericht am Mittwoch für Aufamen. Die Alcoa-Aktie zog im Frankfurter Handel um 1,9 Prozent an.

Wieviel Aluminium die Welt verbraucht – und produziert

  • 2006

    Die Weltweite Nachfrage nach Aluminium belief sich im Jahr 2006 auf 34,5 Millionen Tonnen. Die Raffinerieproduktion umfasste 33,95 Millionen Tonnen.

  • 2007

    Im Jahr 2007 erreichte die Aluminium-Nachfrage die Marke von 38 Millionen Tonnen – ein vorläufiger Höhepunkt. Produziert wurden 38,1 Millionen Tonnen.

  • 2008

    Im Jahr 2008 sank die Nachfrage leicht. Sie bezifferte sich auf 37,6 Millionen Tonnen. Die Raffinerieproduktion kletterte dagegen auf den vorläufigen Höchststand von 39,7 Millionen Tonnen.

  • 2009

    Die globale Rezession erwischte auch den Aluminium-Markt. Die Nachfrage sank auf 34,9 Millionen Tonnen. Die Hütten brachten aber einen deutlichen Überschuss auf den Markt: Sie stellten 37,35 Millionen Tonnen des Leichtmetalls her.

  • 2010

    Dann kletterte die Nachfrage wieder: 2010 benötigte die Industrie weltweit 39,6 Millionen Tonnen. Die Werke produzierten hingegen schon 41,2 Millionen Tonnen des Grundstoffs.

  • 2011

    Die Aluminium-Nachfrage erreichte 2011 die Marke von 42,15 Millionen Tonnen. Die Produktion bezifferte sich auf 42,7 Millionen Tonnen Aluminium.

  • 2012

    Im laufenden Jahr dürfte die Aluminium-Nachfrage den Hochstand von 45,15 Millionen Tonnen erreichen. Die Hütten werden voraussichtlich 45,1 Millionen Tonnen herstellen.

    Quellen: LBBW, IAI, WBMS

„Wir haben schwankende Metallpreise und weltweite Instabilität bewältigt, um unsere Ziele im vierten Jahr in Folge zu erreichen“, erklärte Kleinfeld. Für den weltweiten Aluminiummarkt 2013 sagte der zweitgrößte Hersteller hinter dem russischen Rusal -Konzern eine leicht anziehende Nachfrage voraus. Der Absatz werde um sieben Prozent zulegen nach sechs Prozent im abgelaufenen Jahr.

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Dabei helfen werde insbesondere die anhaltend rege Nachfrage aus Luftfahrt- und Bauindustrie. Weitere wichtige Abnehmer sind Haushaltsgeräte- und Autoproduzenten. Bei letzteren dürfte der Aluminium-Bedarf in diesem Jahr allerdings weit weniger stark wachsen, erwartet Alcoa.

„Eine Unsicherheit bleibt, das ist die Unsicherheit über den US-Haushalt“, sagte Kleinfeld. „Und dies hat möglicherweise Folgen, vor allem für die Verteidigungsausgaben.“ Demnach dürfte unter den Kunden aus der Rüstungsindustrieweiter weiter Zurückhaltung herrschen. Nach der jüngsten Einigung zur Bewältigung der Fiskalklippe am Jahreswechsel steht in Washington nun die nächste quälende Auseinandersetzung über eine Erhöhung der Schuldenobergrenze an.

So groß ist Chinas Hunger nach Rohstoffen

  • Steinkohle

    China ist der mit Abstand größte Verbraucher von Steinkohle. Das Land hat einen Weltmarktanteil von 51,4 Prozent an dem Energieträger. Die USA und Indien rangieren mit Abstand dahinter.

    Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)/Deutsche Rohstoffagentur (DERA)

  • Stahl

    Das Reicht der Mitte ist der größte Importeur von Stahl. Die Hälfte des Weltmarkts entfällt auf China.

  • Blei

    Auch bei Blei zählt China zu den größten Verbrauchern. 45,6 Prozent des Marktes beansprucht China für sich.

  • Zink

    42,5 Prozent des Zinkmarkts vereinnahmt China für sich – weit mehr als die USA und Korea.

  • Zinn

    Beim Zinn kommt das Reich der Mitte auf einen Marktanteil von 41,0 Prozent. Damit liegt China deutlich vor Japan und den USA.

  • Aluminium

    Beim Aluminium entfallen 39,8 Prozent des weltweiten Verbrauchs auf China.

  • Nickel

    China zieht 39,3 Prozent des Nickelmarktes auf sich und lässt Japan und die USA weit hinter sich.

  • Kupfer

    Bei Kupfer kommt der Verbrauch Chinas auf einen Marktanteil von 38 Prozent. Die USA landen mit deutlichem Abstand auf Rang 2. kurz vor Deutschland.

  • Erdöl

    Lediglich den Rang als Spitzen-Erdölverbraucher überlässt China den USA, die einen Marktanteil von 10,7 Prozent einnehmen.

Dieses Damoklesschwert könnte vor allem auch die Geschäfte der Technologiekonzerne belasten. Sie haben nach Experten-Einschätzung deutlich darunter gelitten, dass Kunden im Dezember weniger Investitionen in Informationstechnologie wagten. Mit Spannung warten die Märkte auf den Quartalsbericht des Chipriesen Intel am Donnerstag kommender Woche.

Sollte im Schuldenstreit zwischen Regierung und Opposition ein Durchbruch erzielt werden, würde dies Kleinfeld zufolge auch zur erwarteten Erholung der Aluminiumpreise beitragen. Ferner setzt der Alcoa-Chef auf eine konjunkturelle Belebung in China. Im vergangenen Jahr musste das Unternehmen einen Preiseinbruch von rund elf Prozent verkraften. Dies wurde mit einem Sparkurs kompensiert, der die Kosten um zwölf Prozent drückte. Die rückläufigen Preise waren der Grund für ein Umsatzminus von 1,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar. Damit schnitt Alcoa aber besser ab als von Analysten erwartet. Der Gewinn vor Sonderposten entsprach mit 64 Millionen Dollar den Schätzungen. „Ich kann mir nicht vorstellen, was hätte besser laufen können“, sagte Analyst Charles Bradford.

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  • 09.01.2013, 10:07 UhrRobinHood

    Das Ergebenis ist ja schön aufgehübscht worden durch den Verkauf eines Wasserwerkes. Wenn man den einmaligen Gewinn abzieht, bleibt 81 Miil. Dollar Gewinn weniger übrig. Das macht 7 Cent pro Aktie aus. Der Verkaufgewinn war einmalig und der operative Gewinn von 7 Cent pro Aktie sieht sehr mau. Die Aktie ist zu teuer.

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