Quartalszahlen: Astra Zeneca blickt düster ins Jahr

Quartalszahlen
Astra Zeneca blickt düster ins Jahr

Der britisch-schwedische Pharmariese ist nach einem Gewinnrückgang im vierten Quartal wenig optimistisch für das laufende Jahr. Die Konkurrenz durch Generikaproduzenten und schwierigere Geschäftsbedingungen hinterlassen auch beim britisch-schwedischen Pharmariesen AstraZeneca ihre Spuren.



HB LONDON/FRANKFURT. "Die Marktbedingungen sind niemals härter gewesen", räumte Konzernchef David Brennan am Donnerstag bei Vorlage der Jahresbilanz 2008 ein. Dieses Jahr sei nur ein mehr oder minder stagnierender Umsatz zu erwarten.Brennan kündigte zudem an, den Sparkurs im Konzern zu forcieren und bis 2013 weitere rund 6 000 Stellen weltweit zu streichen. 15 000 Arbeitsplätze sollen bis dahin insgesamt wegfallen.

Anleger reagierten angesichts der verhaltenen Umsatzerwartungen verschnupft: Der Kurs der Astra-Zeneca-Aktie in London gab mehr als vier Prozent auf 27,35 Pfund nach. Welchen Umsatz AstraZeneca in diesem Jahr genau erreichen werde, ließe sich erst abschätzen, wenn die Folgen des globalen Wirtschaftsumfelds für den Konzern feststünden, erklärte das Management. Den Kerngewinn je Aktie will das Unternehmen 2009 bis auf etwa 5,15 bis 5,45 Dollar steigern.

Im vergangenen Jahr kam AstraZeneca auf einen Kerngewinn je Aktie von 5,10 Dollar - ein Plus von acht Prozent zu 2007. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 6,13 Milliarden Dollar nach 5,63 Milliarden Dollar im Jahr zuvor. Allerdings sank im vierten Quartal der Gewinn leicht um mehr als ein Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar.

AstraZeneca setzte im vergangenen Jahr 31,6 Milliarden Dollar um - ein Plus von drei Prozent zu konstanten Wechselkursen. Mit seinem Schizophreniemittel Seroquel steigerte der Konzern die Erlöse um neun Prozent auf 4,45 Milliarden Dollar. Der Cholesterinsenker Crestor brachte es auf 3,60 Milliarden Dollar - ein Umsatzplus von 26 Prozent. Dagegen sanken die Erlöse mit dem Magenmittel Nexium um zwei Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar.

Anders als beispielsweise der amerikanische Branchenprimus Pfizer setzt AstraZeneca nicht auf Großübernahmen. Solche Zukäufe seien nicht notwendig, um Kosten effizient zu verringern, sagte Konzernchef Brennan. Nach der Übernahme von MeedImmunee 2007 für 15,6 Milliarden Dollar hatte AstraZeneca von Großübernahmen Abstand genommen.

AstraZeneca will mit der Ausweitung seines Umbauprogramms insgesamt jährliche Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar erreichen. Bis Ende 2010 sollen die Kosten bereits um 2,1 Milliarden Dollar gedrückt werden. Unter anderem in der Vermarktung und im Vertrieb soll der Rotstift angesetzt werden. Die Einmalaufwendungen für den Umbau bezifferte Brennan auf 2,95 Milliarden Dollar.

Das Management kündigte außerdem an, im laufenden Jahr keine eigenen Aktien zurückzukaufen. Der Konzern wolle bei Investitionen in das eigene Geschäft flexibel agieren können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%