Quartalszahlen
Bei Qiagen brummt das Geschäft

Krankheitstests laufen gut: Der Biotechkonzern Qiagen kann im zweiten Quartal Gewinn- und Umsatzsteigerungen verbuchen. Das Unternehmen erhöhte auch sein Jahresziel - und machte eine weitere Ankündigung.
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Frankfurt Die brummende Nachfrage nach Tests zum Nachweis von Krankheiten sowie neuen Geräten treiben die Geschäfte von Qiagen an. Beflügelt von Umsatz und Ergebniszuwächsen im zweiten Quartal erhöhte Deutschlands größtes Biotechunternehmen die Jahresziele. "Qiagen ist gut aufgestellt, um sein Ziel zu erreichen, das Wachstumstempo im Jahr 2012 zu beschleunigen", gab sich Konzernchef Peer Schatz am Dienstagabend zur Vorlage des Zwischenberichts zuversichtlich.

Das 1984 in Düsseldorf gegründete Unternehmen will zudem erstmals ein Aktienrückkaufprogramm auflegen. Es soll ein Volumen von bis zu 100 Millionen Dollar haben.

Das auf Tests zum Krankheitsnachweis und Laborgeräte spezialisierte Unternehmen erhöhte im abgelaufenen Quartal seinen bereinigten Betriebsgewinn um zehn Prozent auf 86,4 Millionen Dollar. Qiagen setzte von April bis Juni 307,2 Millionen Dollar um - ein Plus von neun Prozent.

Zu den Zuwächsen trug auch ein umfangreiches Sparprogramm bei, das Qiagen im Herbst 2011 eingeleitet hatte. Zudem profitierte das Unternehmen von den Übernahmen des australischen Diagnostikkonzerns Cellestis, des Leukämie-Spezialisten Ipsogen und des US-Unternehmens AmniSure. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte um zwei Cent auf 0,25 Dollar zu.

Ein Wermutstropfen im Quartal blieb das Geschäft mit HPV-Tests auf Gebärmutterhalskrebs. Die weltweiten Umsätze gingen um zwölf Prozent zurück, was auch eine Folge des schärferen Wettbewerbs war. Kräftige Umsätze erzielte Qiagen dagegen mit Tuberkulose-Tests. Auch die Nachfrage nach therapiebegleitenden Gentests war hoch. In diesem Feld, bei dem es um auf bestimmte Patientengruppen zugeschnittene Therapien geht, will Qiagen seine Geschäfte weiter ausbauen.

"Dank des anhaltenden Wachstums von Qiagen sind wir in der Lage, in unsere Geschäftsentwicklung zu investieren und einen Teil unserer finanziellen Mittel für einen Aktienrückkauf zu nutzen", erklärte Finanzchef Roland Sackers. Das Programm soll einem Sprecher zufolge Ende dieses Monats starten und bis Dezember 2013 laufen. Zudem will Qiagen wegen der aktuell niedrigen Zinsätze Schritte zur Refinanzierung prüfen.

Für das dritte Quartal stellte das Management wechselkursbereinigt einen Umsatzplus von neun bis zehn Prozent in Aussicht und einen bereinigten Gewinn je Aktie von 0,25 Dollar. Für das Gesamtjahr erwartet Qiagen nun wechselkursbereinigt ein Umsatzplus von acht bis neun Prozent statt bisher sechs bis acht Prozent.

Der Konzern, der weltweit an 35 Standorten rund 4000 Mitarbeiter beschäftigt, rechnet jetzt für 2012 mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,04 bis 1,06 Dollar. Bisher hatte die Konzernführung 1,03 bis 1,05 Dollar in Aussicht gestellt. Im vergangenen Jahr waren es 0,98 Dollar. Eventuelle weitere Zukäufe sind in der neuen Prognose noch nicht berücksichtigt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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