Quartalszahlen BMW schafft Rekordergebnis

BMW überrascht die Experten: Der Münchener Autobauer hat das beste Quartal seiner Unternehmensgeschichte hingelegt. Die Erlöse stiegen um fast 20 Prozent. Und BMW kann weitere Rekordzahlen verkünden.
Update: 03.05.2012 - 08:28 Uhr 2 Kommentare
BMW hat ein Rekordquartal hinter sich. Quelle: dapd

BMW hat ein Rekordquartal hinter sich.

(Foto: dapd)

MünchenBMW bleibt auf Rekordkurs und hält die Verfolger von Audi und Daimler weiter auf Distanz. Die Münchner haben das beste Auftaktquartal in der Firmengeschichte hinter sich und haben damit die erste Hürde auf dem Weg zu einem weiteren Bestjahr genommen.
„Wir streben 2012 weiterhin neue Bestmarken bei Absatz und Konzernergebnis vor Steuern an“, teilte Konzernchef Norbert Reithofer am Donnerstag mit und bestätigte damit seine bisherige Prognose. Wie die Konkurrenten in der Oberklasse profitieren die Bayern vor allem von der großen Nachfrage in Übersee, vor allem in China und den USA.

Unter dem Strich verdiente BMW zwischen Januar und März fast 1,35 Milliarden Euro, gut 18 Prozent mehr als vor einem Jahr - und übertraf damit auch die Erwartungen vieler Fachleute, die wegen der Kosten für neue Modelle wie den 3er oder den Ausbau der Produktion mit schlechteren Zahlen gerechnet hatten. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wuchs um fast 19 Prozent 2,1 Milliarden Euro.
Der Umsatz kletterte im ersten Viertel um 14,1 Prozent auf knapp 18,3 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte „Mit neuen Höchstwerten bei Absatz, Umsatz und Ergebnis haben wir das beste erste Quartal in der Unternehmensgeschichte eingefahren.“

BMW hatte für das erste Quartal bereits einen Absatzrekord vermeldet: Weltweit verkauften die Oberbayern 425 528 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, ein Plus von 11,2 Prozent. Vor allem der neue 1er und der neue 3er haben deutlich zugelegt - beides sind besonders wichtige Modelle für BMW.
Wie Audi oder Daimler spüren die Münchner nichts von einer Autokrise, auch wenn wie bei fast allen Herstellern die Geschäfte vor allem in Westeuropa nicht ganz so gut laufen. BMW verzeichnete im ersten Quartal auf dem Heimatkontinent nur ein kleines Plus von 0,5 Prozent.

Auch bei der Profitabilität verwies BMW Audi und Daimler erneut auf die Plätze: Die sogenannte Ebit-Marge, die das Verhältnis von Umsatz zum operativen Ergebnis ausdrückt, lag im Startquartal bei 11,6 Prozent. Audi hatte bereits am Mittwoch ebenfalls Bestwerte gemeldet, operativ verdiente die VW-Tochter 1,4 Milliarden Euro und schaffte damit eine Ebit-Marge von 11,4 Prozent.

Tag der Bilanzen - BMW überzeugt

Daimler hatte zwar im Auftaktquartal ebenfalls einen Absatzrekord verbucht, der Umsatz der Sparte Mercedes-Benz Cars wuchs um 8 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro, der Gewinn vor Zinsen uns Steuern (Ebit) ging aber leicht auf 1,252 Milliarden Euro zurück. Die Umsatzrendite sank bei Daimler deswegen im ersten Quartal von 9,3 auf 8,4 Prozent.

In das Rennen um die Krone im Oberklasse-Segment kommt so noch mehr Tempo: Auch die Ingolstädter VW-Tochter Audi hat sich zum Ziel gesetzt, BMW bis 2015 vom Premium-Thron zu stoßen und den Spitzenplatz bis 2020 zu behalten.

Wie BMW mit der "Neuen Klasse" aus der Krise fuhr
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Es ist 50 Jahre her: BMW verliert in einem Jahr sein halbes Kapital, keiner will das Verlustgeschäft mehr finanzieren. Im Hintergrund lauert Daimler-Benz, um den Konkurrenten zu übernehmen und auszuschlachten. Um ein Haar hätte es die Bayerischen Motorenwerke nicht mehr gegeben, ebenso wenig die Dauerrivalität zwischen den Münchnern und den Stuttgartern, die beide zu Spitzenleistungen trieb. Die deutsche Industriegeschichte würde sich heute anders lesen. Die Frage ist: Wie konnte BMW damals so tief sinken, und dann zur Weltmarke aufsteigen? Alle Fotos: BMW (Archiv)

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Die Bayern bauen nach der Gründung 1916 zuerst Flugzeugmotoren, dann auch Motorräder und erst Ende der zwanziger Jahre Automobile. Die Leistungen seiner Ingenieure sind das Kapital und der Stolz des Unternehmens. Nach dem Zweiten Weltkrieg verliert es die Fabriken im Osten Deutschlands und vermeidet nur knapp das Ende im Westen. Erst Anfang der fünfziger Jahre bringen die Bayern mit der Isetta ihr erstes Nachkriegsauto auf den Markt, und es soll zum Kern der neuen Krise werden ...

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Die BMW-Modelle der 500er Klasse, die sogenannten Barockengel gewinnen Schönheitspreise, sie haben bis zu acht Zylinder und werden weitgehend handgefertigt. Aber: Sie kosten über 15.000 Mark zu einer Zeit, in der ein mittlerer Angestellter 350 Mark im Monat verdient. Ist doch ein tolles Auto, sagen die Ingenieure arrogant. Das kann nicht gut gehen, und doch geht es viel zu lange. Schon 1953 zehren die Verluste aus der Autoproduktion den Ertrag aus dem Motorradgeschäft auf. Bürgschaften und Zuschüsse des Staates können nicht ewig helfen. Doch dann besorgen sich die Bayern die Lizenz für eine Mischung aus Motorrad und Auto, das "Moto-Coupé" Isetta ...

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... 2.250 Mark kostet der eiförmige Winzling mit Fronttür, eine Art Smart für Arme. Das Gefährt wird für Fahrrad- und Mopedfahrer zum Aufstiegssymbol. 1955 ist die Isetta ein Verkaufsschlager ...

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Anfang 1960 sind der klapprige Kabinenroller Isetta und der riesige Barockengel 501 die einzigen Produkte des Autoherstellers, beide Fahrzeuge passen nicht mehr in die Zeit. Die Konkurrenz reibt sich schon die Hände: Daimler-Benz plant mit Hilfe der Deutschen Bank die Übernahme. München soll die verlängerte Werkbank der Stuttgarter werden ... Foto: Hanna Schygulla im BMW 502er Barockengel

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Hier die Luxuslimousine, bei der das Unternehmen für jedes verkaufte Exemplar 4.000 bis 5.000 Mark oben drauflegt, dort die Isetta: Nur in der Mittelklasse, wo im Wirtschaftswunderautoland das Geld verdient wird, haben die Bayern nichts zu bieten. Natürlich versuchen sie die Lücke zu füllen. Ein ganz neuer Wagen muss her, sportlicher als die Konkurrenz, aber für viele Kunden erschwinglich. 35 Millionen Mark sollen die Hausbanken, die Deutsche, die Dresdner und die Bayerische Staatsbank, für das Projekt lockermachen. Sie kneifen. Doch BMW entwickelt den 700 trotzdem ...

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BMW entwickelt den 700 trotzdem, in einer Nacht- und Nebelaktion. Viele Kunden bestellen ihn vor. Bloß fehlt das Geld, um das Auto auch in Serie herzustellen. Trotz Immobilienverkäufen und Subventionen ist der jährliche Verlust auf fast 15 Millionen Mark geklettert, und die Geier kreisen. Namentlich: Daimler-Benz, kontrolliert von Großaktionär Friedrich Flick und Deutsche-Bank-Chef Hermann Josef Abs. Die qualifizierten BMW-Mitarbeiter kämen Daimler, dessen Lieferfristen zu lang sind, gerade recht. Alle wissen: Wenn kein Wunder geschieht, wird Daimler-Benz die Bayerischen Motorenwerke zum Zulieferbetrieb degradieren. Der Konkurrent wäre ein für alle Mal ausgelöscht ...

  • dpa
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Mehr zu: Quartalszahlen - BMW schafft Rekordergebnis zum Jahresauftakt

2 Kommentare zu "Quartalszahlen: BMW schafft Rekordergebnis zum Jahresauftakt"

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  • Wir haben bereits mehrfach umfangreich über das Thema Leiharbeiter bei BMW berichtet. Unter anderem hier:
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/management/strategie/bmw-und-co-aerger-um-die-zeitarbeiter/6320030.html

  • BMW schafft Rekordergebnis... Scheinheilig!

    Soll das nun eine positive Nachricht sein?
    Es ist ja mitlerweile kein Geheimnis mehr, dass BMW eine Flut von Leiharbeitern und Zeitarbeitern beschäft. Hier kann bei hunderten "Fremd-Mitarbeiern" kräftig am Lohn gedrückt werden und somit super die Bilanz getunt werden! Schade, das die Kollegen vom Handelsblatt nicht ehrlich berichten und echten Zustände bei BMW darstellen. Alles nur, damit Familie Quand und Co. noch reicher werden.

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