Quartalszahlen
Dax-Konzerne schwimmen im Geld – noch

Zwar sinken die konjunkturellen Frühindikatoren seit langem - doch nun wartet auf die 30-Dax-Konzerne das stärkste Quartal aller Zeiten. Doch das dicke Ende könnte noch kommen.
  • 5

DüsseldorfDie Schwarzseher haben dieser Tage wieder Oberwasser. Geht es nach Anlegern, Analysten und Volkswirten, dann ist der Abschwung längst beschlossene Sache. Die Frage, so scheint es, ist nicht, ob der Absturz kommt - sondern wann und wie tief er ausfallen wird.

In der Realität ist davon aber bislang nichts zu spüren. Deutschlands 30 größte börsennotierte Unternehmen dürften in den abgelaufenen drei Monaten knapp 16 Milliarden Euro verdient haben. Das wäre der höchste Nettogewinn in einem dritten Quartal in der Geschichte der deutschen Großkonzerne.

Die Rekordsumme zeichnet sich ab, bevor heute die Deutsche Bank die Bilanzsaison in Deutschland eröffnet. Neben dem größten deutschen Finanzinstitut hatte im Vorfeld nur die Lufthansa ihre Anleger mit einer Gewinnwarnung verschreckt. Die übrigen Konzerne sahen keinen Anlass, Abstriche an den hochgesteckten Erwartungen vorzunehmen.

"Nach dem starken ersten Halbjahr und hohen Auftragsbeständen werden die Unternehmen ihre Ziele für das laufende Geschäftsjahr größtenteils bestätigen", erwartet Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Er beobachtet seit Jahren die Bilanzzahlen der deutschen Firmen. Mit Enttäuschungen rechnet er nicht, allerdings "werden vorsichtigere Ausblicke auf die kommenden Quartale der entscheidende Trend in der jetzt anstehenden Gewinnsaison werden", sagt Hürkamp.
Angesichts schwächerer Frühindikatoren in den Industrie- und Schwellenländern haben die Analysten der internationalen Investmenthäuser ihre Gewinnschätzungen für 2012 in den vergangenen zehn Wochen um zehn Prozent gesenkt. Solch einen drastischen Trendwechsel gab es zuletzt 2008. Erstmals seit der Krise 2009 fallen auch die Gewinnerwartungen für die Globalisierungsgewinner: für den Autosektor um zehn Prozent, für die Chemiebranche um zwölf Prozent und für den gesamten Industriesektor um durchschnittlich sieben Prozent.

Seite 1:

Dax-Konzerne schwimmen im Geld – noch

Seite 2:

Starkes drittes Quartal

Seite 3:

Ausblick erneut angehoben

Kommentare zu " Quartalszahlen: Dax-Konzerne schwimmen im Geld – noch"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Schwarzsehen - da war wieder das Stichwort für das HB!!!

  • Wem soll man da glauben, der Realität oder den Prognosen? Was wenn die Prognosen eintreffen? Was wenn nicht? Und wer prüft eigentlich die Qualität und Vorhersagekraft der Prognosen?

  • Unter anderem...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%