Quartalszahlen
Der starke Franken belastet Nestlé

Der größte Lebensmittelkonzern der Welt leidet unter dem starken Schweizer Franken. Doch das ist nicht der einzige Wermutstropfen für die Aktionäre.
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Vevey/DüsseldorfNestlé verbucht im ersten Halbjahr weniger Umsatz als im Vorjahr. Grund sind der starke Franken und die kürzlich erfolgten Verkäufe von Geschäftsteilen. Der Gruppenumsatz sei um 12,9 Prozent auf 41 Milliarden Schweizer Franken (38,73 Mrd. Euro) gefallen, teilte das Unternehmen mit. Wechselkurseffekte wirkten sich per Saldo mit minus 13,8 Prozent und Zu-/Verkäufe (Alcon, Kraft Pizza) mit minus 6,6 Prozent aus. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank auf 6,21 Milliarden Franken.

Beim organischen Wachstum erzielten die Schweizer dagegen in den ersten sechs Monaten ein Wachstum von 7,5 Prozent und eine operative Ergebnismarge von 15,1 Prozent. Die Börsianer reagierten auf die Bekanntgabe der Ergebnisse zunächst positiv: An der Züricher Börse stiegen Nestlé-Aktien um 2,5 Prozent.

Rohstoffpreiserhöhungen seien teilweise durch Einsparungen ausgeglichen worden, wird Konzernchef Paul Bulcke in der Mitteilung zitiert. Der Nettogewinn stagnierte mit 4,7 Milliarden Franken auf dem Niveau des Vorjahres. Bezüglich des Ausblick gibt sich der Konzern verhalten optimistisch. Für die zweite Jahreshälfte erwarte man weiterhin herausfordernde Umstände, darunter politische und wirtschaftliche Instabilität, volatile Rohstoffpreise und ein geschwächtes Konsumentenvertrauen in den Industrieländern. Der Vorstand rechnet damit, beim organischen Wachstum das obere Ende der Spanne von 5 bis 6 Prozent zu erreichen.

Seit 2007 hatte Nestlé zur Freude der Aktionäre immer wieder eigene Aktien zurückgekauft. Damit ist jetzt Schluss: Es sei kein weiteres Rückkaufprogramm geplant, teilte der Konzern mit. Das letzte Rückkaufprogramm über 10 Milliarden Franken war erst kürzlich ausgelaufen. Dennoch reagierten die Börsianer auf die Bekanntgabe der Ergebnisse zunächst positiv: An der Züricher Börse stiegen Nestlé-Aktien um 2,5 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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