Quartalszahlen
EADS erhöht Prognose

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS bleibt in der Gewinnzone - aber nur ganz knapp. Das Unternehmen hat von Januar bis September fast ein Drittel weniger verdient als ein Jahr zuvor. Es hat zwar seine Prognose für den Jahresgewinn erhöht, rechnet aber nach den Problemen mit der Airbus A380 mit Verzögerungen bei der Auslieferung des Riesenflugzeugs.
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HB PARIS. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS ist im Sommer wegen Verlusten beim Riesenflugzeug A380 und höherer Entwicklungskosten nur knapp in der Gewinnzone geblieben. Zwischen Januar und September verdiente der Mutterkonzern des Flugzeugbauers Airbus unter dem Strich 198 Millionen Euro, fast ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor.

Das dritte Quartal steuerte dazu nur 13 Millionen bei - viel weniger als Analysten erwartet hatten. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen sank in den ersten neun Monaten um 28 Prozent auf 784 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um sechs Prozent auf fast 31,6 Milliarden Euro zu.

Für 2010 und die kommenden Jahre schraubte das Management die Erwartungen nach oben. Das operative Gewinn soll in diesem Jahr bei Erlösen von 44 Mrd. Euro mit 1,1 Milliarden Euro um 100 Millionen höher ausfallen als bislang geplant. Die Rentabilität von Airbus solle mittelfristig "erheblich steigen".

Bei der größten Konzerntochter erwartet EADS in diesem Jahr Neuaufträge für bis zu 500 Flugzeuge. Das bisherige Ziel von 400 Aufträgen wurde mit 421 Bestellungen Ende Oktober bereits übertroffen. An die Kunden will der Flugzeugbauer etwas mehr als 500 Maschinen übergeben. Konzernchef Gallois gab jedoch zu bedenken, dass sich Sparpläne vieler Staaten negativ auf die Rüstungssparten des Konzerns auswirken könnten.

Zuletzt hatte die Notlandung einer A380 in Singapur nach einem schweren Triebwerkschaden für Aufsehen gesorgt. Airbus-Chef Thomas Enders rechnet nach der Panne mit einer leichten Verzögerung bei den Auslieferungen für das Riesenflugzeug. Er begründet das mit den jüngsten Anweisungen von Triebwerkhersteller Rolls Royce zu verschärften Kontrollen und zum Austausch bestimmer fehlerhafter Teile beim Trent-900-Antrieb. "Ich gehe davon aus, dass die Inspektionen und der Austausch Auswirkungen auf die Auslieferungen haben werden, vor allem im Jahr 2011", sagte er am Freitag in einer Telefonkonferenz.

Einen Imageschaden befürchte er allerdings nicht durch den Zwischenfall. Es habe keinerlei Abbestellungen oder Diskussionen um Stornierungen gegeben. "Das Vertrauen in dieses Flugzeug bleibt intakt und wird sich noch verstärken", sagte Enders, der der Cockpit-Crew des Qantas-A380 ein Kompliment für ihr Verhalten bei dem Zwischenfall machte.

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