Quartalszahlen
Eni leidet unter eingebrochenen Ölpreisen

Der italienische Öl- und Energiekonzern ist wegen der eingebrochenen Ölpreise und der globalen Wirtschaftskrise im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Eni rechnet damit, dass die aktuelle Wirtschaftskrise bis weit in das laufende Jahr andauert.

HB ROM. Der italienische Ölkonzern Eni verkauft seine Gastöchter Italgas und Stogit an eine Tochtergesellschaft. Für zusammen 4,7 Mrd. Euro soll der Gasversorger Snam Rete Gas die beiden Sparten übernehmen, wie Eni am späten Donnerstagabend mitteilte. An Snam ist Eni mit 50,03 Prozent beteiligt. Drei Viertel der Transaktionssumme sollen über eine Kapitalerhöhung finanziert werden, die Eni selbst zeichnen will. Der Rest soll über neue Kredite kommen. Bis Juli will Eni das Geschäft abschließen und verspricht sich davon „bedeutende“ Synergieeffekte.

Der Konzern steht unter Druck der europäischen Wettbewerbshüter. Gegen den Konzern läuft bereits seit knapp zwei Jahren ein Verfahren wegen unfairen Wettbewerbs auf den Gasmärkten. Die EU-Kommission prüft, ob Eni mögliche Mitbewerber vorsätzlich fern halte und sich von Pipelines trennen muss. Italgas versorgt in Italien 1 300 Städte mit Gas, Stogit verfügt über diverse Gasspeicher.

Die Aktie legte am Freitagvormittag mit dem Markt um gut zwei Prozent zu, obwohl Eni laut am Freitag veröffentlichter Geschäftszahlen wegen der eingebrochenen Ölpreise und der globalen Wirtschaftskrise im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht war. Unter dem Strich stand ein Minus von 874 Mio. Euro nach einem Gewinn von rund drei Mrd. Euro im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 1,9 Mrd. Euro und damit rund 27 Prozent weniger als vor einem Jahr. Experten hatten hier mit einem Gewinn in dieser Größenordnung gerechnet.

Wegen der hohen Ölpreise bis zum Herbst verdiente der Konzern im Gesamtjahr allerdings noch 8,8 Mrd. Euro nach zehn Mrd. Euro im Jahr davor. Die Dividende für 2008 soll stabil bei 1,30 Euro je Aktie bleiben. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 108,2 Mrd. Euro. Diese Zahlen stehen laut Eni aber noch unter Vorbehalt. Das Unternehmen behält sich vor, eine mögliche Strafe der EU-Wettbewerbshüter noch einzuarbeiten, falls die Behörde ihr Verfahren gegen den Konzern vor dem endgültigen Jahresabschluss beendet.

Eni rechnet damit, dass die aktuelle Wirtschaftskrise bis weit in das laufende Jahr andauert. Aus diesem Grund will das Unternehmen die Investitionen etwas zurückfahren.

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