Quartalszahlen
Epcos profitiert vom Boom in der Autoelektronik

Im ersten Quartal übertraf der Elektrokomponenten-Hersteller Epcos die Erwartungen: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um zehn Prozent, der Gewinn kletterte sogar um ein Drittel. Dennoch will das Unternehmen Stellen abbauen und die Produktion in Billiglohnländer verlagern.

HB MÜNCHEN. Der anhaltende Boom in der Autoelektronik hat dem Elektrokomponenten-Hersteller Epcos im ersten Quartal 2007/08 zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) kletterte von Oktober bis Dezember um gut ein Drittel auf 28,4 Millionen Euro, wie das Münchener Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz stieg um ein Zehntel auf 367 Millionen Euro.

Die im MDax notierte Epcos -Aktie gab trotz der von Analysten als vielversprechend gewerteten Zahlen um drei Prozent nach. "Nahezu alle Branchen haben zu dieser Entwicklung beigetragen. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum von über 20 Prozent mit Produkten für die Automobil-Elektronik", teilte Epcos mit. Das Geschäft mit Komponenten für die Telekommunikation und die Industrie habe einstellige Wachstumsraten verzeichnet, während das Segment der Bauteile für die Unterhaltungselektronik stagnierte.

Vorstandschef Gerhard Pegam bekräftigte dennoch die Absicht, weiter sukzessive Stellen zu reduzieren und die Produktion in Billiglohnländer zu verlagern. Chinesische Arbeiter sind ihm auf dem Weg zu höheren Renditen bereits zu teuer. „In Indonesien betragen die Personalkosten nur die Hälfte von China“, sagte er. In dem Inselstaat baut Epcos derzeit ein neues Werk. Der Überschuss nach Steuern habe sich im ersten Quartal auf 19 Millionen Euro mehr als verdreifacht.

Dieser starke Anstieg ist dem Unternehmen zufolge aber auf Effekte der Umstellung der Rechnungslegung auf den internationalen Bilanzstandard IFRS zurückzuführen. Epcos hatte deshalb eine Wandelanleihe im Vorjahresquartal rückwirkend abwerten müssen. Für das laufende Geschäftsjahr, das bis September dauert, rechnet Epcos mit einem Umsatzzuwachs von etwa fünf Prozent und einem Ebit nach IFRS von 110 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr hatte Epcos auf vergleichbarer Basis einen operativen Gewinn von 86 Millionen Euro eingefahren.

Die ehemalige Siemens-Tochter sorgt sich nicht um ihr Geschäft. „Wenn ich mir den Auftragseingang ansehe, sehe ich keinerlei Rückgang“, sagte Pegam. "Wir sehen keine Anzeichen für eine beginnende Schwäche des Geschäfts." Epcos fertigt etwa 40 000 verschiedene elektronische Bauelemente. Solche Produkte kommen in praktisch jedem elektronischen Gerät vor. In einem modernen Auto werden rund 10 000 dieser zum Teil winzig kleinen Teile verbaut. Dort sind Epcos-Erzeugnisse etwa in Sensoren für Temperaturanzeigen oder elektronischen Einparkhilfen zu finden.

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