Quartalszahlen fallen deutlich besser aus als erwartet
Bayer überrascht mit hohem Gewinnanstieg

Die Bayer AG hat bei ihrer Hauptversammlung mit einem unerwartet positiven Zwischenbericht für die ersten drei Monate des laufenden Jahres überrascht. So steigerte der größte integrierte Chemie- und Pharmakonzern der Welt nicht nur den Umsatz der Geschäfte, die nach der Ausgliederung der Grundchemiesparte Lanxess AG im Portfolio verblieben sind.

DÜSSELDORF. Die operativen Erträge stiegen zudem derart, dass nun auch Skeptiker unter den Investoren beginnen, die von Konzernchef Werner Wenning gesetzten Renditeziele für erreichbar zu halten.

Bis 2006 will Bayer die Rendite des Konzerns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf 19 Prozent vom Umsatz verbessern. "Mit diesem Quartalsergebnis gehen wir einen weiteren Schritt in Richtung unserer mittelfristigen Margenziele", sagte Wenning auf der Hauptversammlung.

Der Konzern hat den Umsatz im ersten Quartal auf 6,7 Mrd. Euro gesteigert. Das ist ein Plus von mehr als 15 Prozent gegenüber dem Wert, den die heutigen Konzernbestandteile im Vergleichsquartal 2004 erwirtschaftet haben. Der nach gleicher Methode berechnete operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte gar um mehr als die Hälfte auf 1,1 Mrd. Euro.

"Bayer scheint mit der Reorganisation des Konzerns tatsächlich der ersehnte Befreiungsschlag gelungen zu sein", sagte die Chemieanalystin der Landesbank Rheinland-Pfalz, Silke Stegemann. Zwar habe der Umsatzanstieg im Rahmen der Prognosen gelegen. Die betrieblichen Erträge aber hätten die Markterwartungen geschlagen. An der Börse legte die Bayer-Aktie um 1,9 Prozent deutlich stärker als der Markt auf Werte um 25,36 Euro zu.

Im Konzernquartalsüberschuss von 652 Mill. Euro ist Stegemann zufolge vermutlich der Gewinn aus dem Verkauf des Blutplasma-Geschäfts enthalten. Bayer hatte die Sparte für 450 Mill. Euro an die US-Finanzgruppen Cerberus und Ampersand verkauft. Neben der Abspaltung von Lanxess Ende Januar wirkte sich besonders der Zukauf der rezeptfreien Arzneimittel von der Roche AG für rund 2,4 Mrd. Euro umsatzsteigernd aus. Mit ihr wurde Bayer einer der drei größten Anbieter rezeptfreier Medikamente weltweit.

Zur strategischen Neuausrichtung des Konzerns gehört ferner eine Vertriebsallianz mit dem US-Wettbewerber Schering-Plough und die Konzentration der Pharmaforschung auf Therapien gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In diesem Zusammenhang hatte Bayer die Forschung deutlich gestrafft.

Die gute Entwicklung des Konzerns verringert aber offenbar die Notwendigkeit, Arbeitsplätze abzubauen. Wenning sagte den Aktionären, 2005 werde man in Deutschland rund 750 Stellen streichen - 1 000 weniger ursprünglich geplant.

Allerdings ist Bayers Ertragstreiber derzeit nicht das Gesundheitsgeschäft. Vielmehr verdreifachte das im Teilkonzern Bayer Material Science geführte Kunststoffgeschäft die operativen Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch der Pflanzenschutz Bayer Crop Science steigerte den Gewinn.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%