
HB CHICAGO. Boeing traut sich nun zu, mehr Geld im Gesamtjahr zu verdienen. Die Zuversicht sei in den Markt zurückgekehrt, sagte Konzernchef Jim McNerney am Mittwoch in Chicago. Die Auftragsbücher füllten sich in den vergangenen drei Monaten von 312 Mrd. auf 321 Mrd. Dollar. In das Quartal fiel die wichtige Luftfahrtmesse im britischen Farnborough. Große Bestellungen für Verkehrsmaschinen kamen etwa aus Arabien und Russland. Auch das zweite Standbein Rüstung wurde gestärkt: So bestellte das US-Militär 124 neue Kampfjets und lässt seine in die Jahre gekommenen B-52-Langstreckenbomber von Boeing modernisieren.
Erste Zeichen des Aufschwungs zeigten sich schon im dritten Quartal: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf knapp 17,0 Mrd. Dollar. Unterm Strich verdiente Boeing 837 Mio. Dollar. Im Vorjahr hatten massiv gestiegene Kosten für den neuen Langstreckenflieger 787 "Dreamliner" und den überarbeiteten Jumbojet 747-8 den Konzern noch mit 1,6 Mrd. Dollar in die roten Zahlen gedrückt.
Beide Modelle liegen weit hinter ihrem Zeitplan zurück, weil immer neue technische Probleme aufgetreten waren. Der "Dreamliner" kommt nun frühestens Mitte des ersten Quartals 2011. Mit dem Jumbojet ist kaum früher zu rechnen. Die verspätet anlaufende Produktion wird das Geschäft des kommenden Jahres belasten.
Insgesamt geht Boeing aber davon aus, dass der Umsatz nach der Delle in diesem Jahr wieder steigen wird. 2010 rechnet der Hersteller mit Erlösen von 64,5 bis 65,5 Mrd. Dollar. Im vergangenen Jahr waren es dank alter Aufträge aus der Zeit vor der Krise noch 68,2 Mrd. Dollar.
Der Gewinn dagegen wird bereits in diesem Jahr steigen, sagt Boeing, was allerdings naheliegt, schließlich fallen die Milliardenbelastungen durch die problematischen Neuentwicklungen weg.