Quartalszahlen: Gewinn von Dow Chemical halbiert

Quartalszahlen
Gewinn von Dow Chemical halbiert

Rasant gestiegene Energie- und Rohstoffkosten, eine schwache Nachfrage in Nordamerika und hohe Sonderaufwendungen haben beim Chemiekonzern Dow Chemical zu einem massiven Gewinneinbruch geführt. Die Erwartungen hat das Unternehmens dennoch übertroffen.

HB NEW YORK. Unter dem Strich sei im Schlussquartal 2007 der Nettogewinn um 52 Prozent auf 472 Mill. Dollar geschrumpft, teilte die Nummer Eins unter den US-Chemieunternehmen am Dienstag mit. Analysten hatten allerdings mit einem noch geringeren Gewinn gerechnet, weshalb die Aktie des Chemieriesen im frühen Handel an der Wall Street fünf Prozent auf 39,50 Dollar stieg.

Ohne Sonderposten kam Dow Chemical im Dreimonatszeitraum bis Ende Dezember auf einen Gewinn je Aktie von 84 Cent nach 98 Cent ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt nur mit 80 Cent gerechnet. Zu dem herben Gewinnrückgang trugen auch hohe Einmalkosten von 590 Mill. Dollar für Restrukturierungen bei. Der US-Chemieriese hatte kürzlich ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt, mit dem rund 1 000 Stellen wegfallen und Anlagen geschlossen werden sollen. Ziel der Konzernführung ist es, sich auf Geschäfte mit besseren Wachstumsaussichten konzentrieren.

Der Konzernumsatz nahm dagegen im vierten Quartal binnen Jahresfrist um 16 Prozent auf einen Rekordwert von 14,2 Mrd. Dollar zu. Hier hatten Analysten mit 13,21 Mrd. Dollar gerechnet. In allen Geschäftssegmenten und in allen Regionen außer Nordamerika habe das Unternehmen seinen Absatz gesteigert. Im Heimatmarkt setzten dem Konzern vor allem die schwächelnden US-Wohnungs- und Automobilmärkte zu. Dow Chemical konnte insgesamt Preisanhebungen von zwölf Prozent binnen Jahresfrist durchsetzen. Dem stand allerdings ein Anstieg der Rohstoff- und Energiekosten von 1,7 Mrd. Dollar gegenüber - der höchste Zuwachs binnen Jahresfrist in der Konzerngeschichte. Im Gesamtjahr kam das in Midland im US-Staat Michigan ansässige Unternehmen damit auf einen Umsatz von 53,5 Mrd. Dollar - ein Plus von neun Prozent zum Vorjahr.

Zum neuen Jahr äußerte sich Konzernchef Andrew Liveris eher vorsichtig: "Für 2008 bestehen einige Unsicherheiten hinsichtlich der Konjunkturaussichten in den USA." Allerdings erwirtschafte Dow zwei Drittel seiner Umsätze außerhalb der USA. Dank der internationalen Aufstellung des Unternehmens werde Dow Wachstum in Schlüsselregionen wie Brasilien, Osteuropa Indien und in China erzielen. Es sei daher mit einem weiteren "soliden Jahr" bei den Ergebnissen zu rechnen, sagte Liveris.

Vor einer Woche erst hatte US-Konkurrent Dupont einen überraschend deutlichen Ergebnisanstieg vor Sonderposten für das Schlussquartal bekanntgegeben. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von einem florierenden Landwirtschaftsgeschäft in Brasilien. In Deutschland startet die Berichtssaison in der Branche am Donnerstag: Dann legt der Spezialchemiekonzern Altana erste Zahlen für das abgelaufene Jahr vor.

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