Quartalszahlen
Gewinn von Samsung bricht ein

Der Gewinn des südkoreanischen Elektronikgiganten Samsung ist im vergangenen Quartal massiv eingebrochen. Das Ergebnis schrumpfte aufgrund schwindender Renditen im Geschäft mit Flachbildschirmen und Speicherchips um 44 Prozent auf umgerechnet 663 Millionen Euro.

HB DÜSSELDORF/SEOUL. Der Umsatz legte den Angaben zufolge dagegen um gut 15 Prozent auf knapp elf Milliarden Euro zu. Der weltweite Wirtschaftsabschwung habe sich deutlich bemerkbar gemacht, und in den kommenden Monaten werde sich die Lage wohl noch weiter verschärfen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Zahlen lagen im Rahmen der Analystenerwartungen, allerdings versetzte der bange Ausblick der Samsung-Aktie einen heftigen Schlag: Sie verlor 14 Prozent an Wert. Mit einer Erholung der stark gefallen Preise für Speicherchips sei nicht vor Mitte 2009 zu rechnen, sagte ein Konzernsprecher. Die Sparte war einst der Goldesel der Koreaner, doch ein Überangebot setzt den weltgrößten Hersteller von DRAM-Speichern für den Einsatz in Computern und Unterhaltungselektronik unter Druck. Die operative Marge des Segments schrumpfte im Jahresvergleich auf fünf von 18 Prozent. Jedoch ist Samsung überhaupt noch der einzige DRAM-Hersteller, der Geld verdient. Die Rendite überraschte auch die Branchenexperten, die eine schwarze Null erwartet hatten. Konkurrenten kritisieren, dass Samsung selbst hauptverantwortlich für die Preiskrise sei, über die es nun klagt. Die Koreaner überschütten trotz des globalen Überangebots den Markt unverdrossen mit Speichern, während die Wettbewerber ihre Produktion drosseln, um die Verluste einzudämmen. Analysten beurteilten Samsungs Situation unterschiedlich. "Die Chippreise sind in der Flaute, und es ist keine Besserung in Sicht. Das ist das größte Risiko", sagte Jay Kim von Hyundai Securities. Samsung rechnet für 2009 mit einem Preisverfall von 30 Prozent, weniger als im laufenden und im vergangenen Jahr. "Ich glaube, Samsung erreicht im vierten Quartal die Talsohle", urteilte Song Myung Sup von HI Investment & Securities. "Obwohl die Aussichten für die Weltwirtschaft noch unsicher sind, wird der Konzern den Abstand zu seinen schwächeren Konkurrenten erhöhen und nächstes Jahr seine Ergebnisse verbessern können." Allerdings lässt auch Samsungs Geschäft mit Flachbildschirmen nach. Die Rendite der Display-Sparte brach binnen Jahresfrist auf acht von 21 Prozent ein. Das Geschäft mit Handys lief für den weltweit zweitgrößten Hersteller nach der finnischen Nokia hingegen nach wie vor gut. Der Absatz in den Monaten Juli bis September kletterte auf die Rekordmarke 51,8 Millionen Stück.

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