Quartalszahlen
Henkel enttäuscht die Erwartungen

Die Klebstoffsparte treibt das Geschäft des Konsumgüterkonzerns. Der Umsatz legte zu. Doch das Ergebnis gerät unter Druck. Scharfer Wettbewerb und volatile Märkte belasten.
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DüsseldorfDer Konsumgüterhersteller Henkel hat im dritten Quartal seinen Umsatz gesteigert, unter dem Strich aber weniger verdient. In den Monaten Juli bis September stiegen die Erlöse um 1,7 Prozent auf 4,028 Milliarden Euro, wie Henkel am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.

Höhere Restrukturierungsaufwendungen belasteten aber den Gewinn. Der Quartalsüberschuss nach Minderheiten sank von 337 Millionen Euro auf 307 Millionen Euro. Bereinigt um Einmalaufwendungen legte er zu.

Nach Angaben der Agentur Bloomberg enttäuschte der Konzern damit die Erwartungen der Analysten. Die durchschnittliche Analystenerwartung für den Quartalsgewinn lag bei 348 Mill. Euro, wie eine Bloomberg-Zusammenstellung zeigte. An der Börse gaben die Henkel-Aktien zum Handelsstart rund zwei Prozent nach.

„Das wirtschaftliche Umfeld bleibt herausfordernd“, sagte Henkel-Chef Kasper Rorsted laut Mitteilung. Neben dem intensiven Wettbewerb und den hohen Rohstoffpreisen bringe die Schuldenkrise im Euroraum zusätzliche Unsicherheit in die Märkte. Seine Umsatzprognose hob der Konzern dennoch leicht an und erwartet jetzt 5 bis 6 Prozent organisches Wachstum. Die Erwartungen an die EBIT-Marge und das Ergebnis wurden bestätigt.

Der Düsseldorfer Dax-Konzern ist ein Konglomerat: Einerseits verkauft er Marken wie Persil-Waschmittel, General-Reiniger und Pritt-Klebestifte an jedermann. Andererseits macht er einen Großteil des Umsatzes mit Industrieklebern, die Autoteile und Apples iPhones zusammenhalten. In der aktuellen Börsenturbulenz konnte Henkel damit bisher gut bestehen.

Auch künftig will Konzernchef Kasper Rorsted an der Mischstruktur festhalten. Einen großen Konzernumbau plane er nicht, hatte er kürzlich dem Handelsblatt gesagt. Zukäufe allerdings schloss er nicht aus.

Deutliches Wachstum konnte Henkel erneut in der Klebstoffsparte verzeichnen, die rund die Hälfte des Umsatzes ausmacht. In dem stark konjunkturabhängigen Geschäft mit Kunden aus der Automobil- und Elektronikindustrie stieg das organische Umsatzplus auf 8,7 Prozent im abgelaufenen Quartal.

In dieser Sparte konnte Henkel nach eigenen Angaben sowohl höhere Preise durchsetzen, als auch die Absatzmenge steigern. Aber auch in den Sparten Waschmittel sowie Kosmetik sei der Marktanteil gesteigert worden.

Während bei den Wasch- und Reinigungsmitteln das organische Umsatzplus von 3,8 Prozent ausschließlich durch höhere Preise erzielt worden sei, habe Henkel in der Kosmetik- und Körperpflegesparte den Zuwachs von 5,6 Prozent durch höhere Absatzzahlen erreicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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