Quartalszahlen
Hochtief: Dickes Auftragspolster gibt Hoffnung

Die Währungsturbulenzen in Folge der Wirtschaftskrise haben den Gewinn beim größten deutschen Baukonzern Hochtief im ersten Quartal schrumpfen lassen. Das Unternehmen geht das Jahr aber mit einem dicken Auftragspolster an und bekräftigte am Donnerstag seine Jahresprognosen.

HB DÜSSELDORF. Der größte deutsche Baukonzern Hochtief bekommt erste Folgen der Wirtschaftskrise langsam zu spüren. Währungsturbulenzen ließen im ersten Quartal die Gewinne im über Jahre boomenden Geschäft in Asien und Australien einbrechen, wie Hochtief am Donnerstag mitteilte. Die Passagierzahlen an den von Hochtief betriebenen Flughäfen gingen zurück. Positiv entwickelte sich dagegen der Baubereich Hochtief Europe mit dem Deutschland-Geschäft, der nach hohen Verlusten Gewinne schrieb. Hochtief geht das Jahr aber mit einem dicken Auftragspolster im Rücken an und bekräftigte die Jahresprognosen.

„Es ist nicht die Zeit, neue Rekorde anzukündigen“, bilanzierte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter. Hoffnung schöpft er aber aus riesigen Konjunkturprogrammen, mit denen Regierungen rund um den Globus die Folgen der Wirtschaftskrise zu dämpfen suchen. Hochtief sei gerade in den Segmenten stark, die besonders von den Programmen profitieren werden. Dazu zähle etwa das Tiefbaugeschäft in den USA und in Australien.

Im ersten Quartal hatte Hochtief beim Ergebnis vor Steuern einen Rückgang auf 98,6 (Vorjahreszeitraum: 103,3) Mio. Euro hinnehmen müssen. Der Konzerngewinn gab auf 24,2 (32,1) Mio. Euro nach. Der Auftragseingang sank auf 4,38 (5,27) Mrd. Euro. Der Auftragsbestand sichere aber mit einem Volumen von 31,35 Mrd. Euro die Auslastung des Konzerns über die kommenden 19 Monate.

Im zweiten Quartal habe sich der Auftragseingang zudem trotz der Krise „sehr positiv“ entwickelt. „Unsere Pipeline zum Markt ist intakt und liefert“, betonte Lütkestratkötter. Hochtief lag mit seinen Zahlen leicht über den Markterwartungen. Analysten hatten für das Auftaktquartal ein Vorsteuerergebnis von 92 Mio. Euro und einen Gewinn von 23 Mio. Euro prognostiziert.

Die großen Baukonzerne sind bislang meist noch ohne größere Schrammen durch die Krise gekommen. Hochtief setzt verstärkt auf Dienstleistungen wie den Betrieb von Flughäfen, um sich vom stark konjunkturabhängigen reinen Baugeschäft abzukoppeln. Konkurrent Bilfinger Berger war sogar mit einem kräftigen Gewinnplus ins Jahr gestartet und erwartet wie Hochtief Gewinne auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Gewinnbeitrag der über Jahre erfolgsverwöhnten Hochtief-Tochter Leighton könnte bei den Essenern aber geringer ausfallen: Leigthon kürzte in der Nacht seine Gewinnerwartung für das Geschäftsjahr um zehn Prozent und schickte seine Aktien damit auf Sinkflug.

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