Quartalszahlen im Schnelldurchlauf
Daimler glänzt, Lanxess spart sich fit

Dieter Zetsche hat es geschafft: Endlich ist Mercedes bei der Rendite mit Audi und BMW gleichauf. Überrascht hat Lanxess die Experten mit einem kräftigen Gewinnplus. Die Quartalszahlen im Schnelldurchlauf.
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Daimler erreicht Renditeziel

Neue Rekordverkäufe im ersten Halbjahr haben den Autohersteller Daimler auf Zielkurs zu seinen Gewinnzielen gebracht. „Wir haben im ersten Halbjahr unseren Renditeanspruch für Mercedes-Benz Cars erreicht“, stellte Daimler-Chef Dieter Zetsche fest. „In allen anderen automobilen Geschäftsfeldern stehen wir kurz vor Erreichung unserer Renditeansprüche.“

Im Kerngeschäft mit Autos lag die operative Marge, der Anteil vom Gewinn am Umsatz, erstmals seit vier Jahren über der Zielmarke von zehn Prozent. Das erklärte Ziel von Daimler ist es, die Rivalen Audi und BMW auszustechen.

Daimlers Erlöse stiegen dank der starken Autoverkäufe im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 37,5 Milliarden Euro.

Unterm Strich verdiente Daimler mit 2,4 Milliarden Euro etwa acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 20 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. (hier geht es zum Artikel)

Sparkurs zahlt sich für Lanxess aus

Dem Chemiekonzern Lanxess haben der starke Dollar und der Sparkurs zu einem kräftigen Ergebnisanstieg im zweiten Quartal verholfen. Der Betriebsgewinn (Ebitda) vor Sondereinflüssen dürfte voraussichtlich um knapp 13 Prozent auf 270 Millionen Euro geklettert sein, teilte das Unternehmen mit. „Der Rückenwind, den wir durch Währungseffekte und die anziehende Konjunktur bekommen, hält an“, urteilte Vorstandschef Matthias Zachert. Vor allem mit seinem Programm zur Neuausrichtung mache Lanxess weiter gute Fortschritte. Das Konzernergebnis im zweiten Quartal werde voraussichtlich bei 87 Millionen Euro liegen nach 55 Millionen vor Jahresfrist. Endgültige Zahlen will Lanxess am 6. August veröffentlichen. (hier geht es zum Artikel)

Software AG wächst wieder

Die Darmstädter Software AG hat dank besserer Geschäfte in ihrer größten Sparte und des günstigeren Eurokurses wieder auf den Wachstumskurs zurückgefunden. Der Geschäftsbereich mit Integrationssoftware (DBP) legte im Vergleich mit dem schwachen Vorjahresquartal deutlich zu. Das ließ den Konzernumsatz im zweiten Quartal um fünf Prozent auf 205,6 Millionen Euro steigen. Der Umsatz bei Wartungen habe ein Rekordniveau erzielt und erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke in einem Einzelquartal überschritten. Unterm Strich legte der Gewinn nach dem enttäuschenden Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf 19,9 Millionen Euro zu. Damals hatte der Konzernumbau belastet. Auch vor Zinsen und Steuern stand diesmal ein Plus von etwas mehr als einem Drittel auf 33,2 Millionen Euro. (hier geht es zum Artikel)

MTU legt Latte für 2015 höher

Der starke US-Dollar beflügelt die Gewinnerwartungen des Münchner Triebwerksbauers MTU. Nach kräftigen Sprüngen in den ersten sechs Monaten legte Vorstandschef Reiner Winkler die Latte für das Gesamtjahr höher. Der Umsatz soll statt auf 4,4 Milliarden Euro nun auf 4,6 Milliarden klettern, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) soll auf 430 Millionen, der bereinigte Überschuss auf 295 Millionen Euro zulegen. Das sind jeweils 10 Millionen mehr als bislang in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal setzten sich die starke Entwicklung vom Jahresbeginn fort. Nach dem ersten Halbjahr stand daher ein Umsatzplus von 21 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu Buche. Das bereinigte Ebit legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf rund 213 Millionen, der bereinigte Überschuss um 33 Prozent auf 147 Millionen Euro zu. (hier geht es zum Artikel)

Wincor rutscht ins Minus

Restrukturierungskosten haben dem unter Druck geratenen Geldautomaten-Hersteller Wincor Nixdorf rote Zahlen eingebrockt. Operativ vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) lag das Minus im Zeitraum April bis Juni bei sieben Millionen Euro. Ohne Restrukturierungsaufwendungen habe das Ebita mit 20 Millionen Euro 13 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Der Umsatz bröckelte im dritten Quartal des Bilanzjahres 2014/15 um zwei Prozent auf 560 Millionen Euro ab. Der Vorstand sieht sich im Plan und bekräftigte daher seine Jahresziele.(hier geht es zum Artikel)

Putzmittel und Kosmetik schieben Unilever an

Der Konsumgüterkonzern Unilever kommt langsam wieder auf die Beine. Bessere Geschäfte mit Kosmetikartikeln und Putzmitteln hätten zu einem Absatzplus im ersten Halbjahr von zwölf Prozent auf 27 Milliarden Euro geführt, teilte der Anbieter von Domestos-, Rexona- und Coral-Produkten am Donnerstag mit. Im Vorjahr hatte ein Absatzeinbruch in den für Unilever besonders wichtigen Schwellenländern dem Unternehmen zu schaffen gemacht. Währungsbereinigt stieg Unilevers Umsatz um 2,9 Prozent und damit etwas stärker als erwartet. (hier geht es zum Artikel)

Krebsmedikamente halten Roche auf Kurs

Das wachsende Geschäft mit Krebsmitteln hat dem Schweizer Pharmakonzern Roche trotz des starken Franken ein Umsatzplus beschert. Die Verkäufe kletterten im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 23,6 Milliarden Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Das war etwas mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Ohne die negativen Währungseffekte hätte das Plus im Jahresvergleich bei sechs Prozent gelegen. Vor allem der Umsatz mit Mitteln gegen Brustkrebs legte kräftig zu. Unterm Strich sank der Konzerngewinn um sieben Prozent auf 5,2 Milliarden Franken. Ein Jahr zuvor hatte der Verkauf eines Medikaments an einen Konkurrenten das Ergebnis noch kräftig erhöht. Seine Prognosen für Gewinn und Umsatz erhält der Konzern aufrecht. (hier geht es zum Artikel)

ABB ringt mit starkem Dollar

Der anhaltend starke Dollar macht dem Schweizer Industriekonzern ABB weiter zu schaffen. Da das Unternehmen in US-Dollar abrechnet, Auftragseingänge aber größtenteils in anderen Währungen eingehen, wird es für die Schweizer immer schwieriger, den Umsatz zu halten. Zudem ist das Marktumfeld weiter schwierig. Im zweiten Quartal ging der Erlös wie schon zu Beginn des Jahres deutlich zurück, wie der in einigen Geschäftsfeldern mit Siemens konkurrierende Konzern mitteilte. Zwischen April und Ende Juni sei der Umsatz um zehn Prozent auf 9,17 Milliarden Dollar (8,4 Milliarden Euro) gefallen. Bereinigt um die Folgen des starken Dollar wäre der Erlös aber um drei Prozent gestiegen. Zudem hatten Experten mit einem noch niedrigeren Umsatz gerechnet. Dank des strikten Sparkurses von Vorstandschef Ulrich Spiesshofer konnte zumindest der Gewinnrückgang etwas eingedämmt werden. Der Überschuss fiel um acht Prozent auf 588 Millionen Dollar. (hier geht es zum Artikel)

Syngenta hält an Zielen fest

Der starke Dollar und niedrige Agrarpreise haben dem Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta das erste Halbjahr verhagelt. Der Betriebsgewinn (Ebitda) fiel um fünf Prozent auf zwei Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Hersteller von Pflanzenschutzmitteln am Donnerstag mitteilte. Zu konstanten Wechselkursen stand jedoch ein Plus von 21 Prozent zu Buche. Syngenta habe die Abwertung von Währungen in den Schwellenmärkten durch Preiserhöhungen weitgehend ausgleichen können. Der Umsatz sank binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 7,6 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr bekräftigte das Unternehmen, bei dem der US-Saatguthersteller Monsanto für eine Übernahme wirbt, seine Ziele. Der Vorstand erwartet weiter einen Betriebsgewinn nach Währungseinflüssen etwa auf dem Niveau von 2014. (hier geht es zum Artikel)

SAB Miller punktet in Lateinamerika und Afrika

Der Großbrauer SAB Miller ist im abgelaufenen Quartal dank der gestiegenen Nachfrage nach seinen Biermarken in Lateinamerika und Afrika gewachsen. Der Umsatz sei von April bis Juni um drei Prozent gestiegen, teilte die weltweite Nummer zwei hinter Marktführer Anheuser-Busch mit. Allerdings sei das Geschäft in Europa weiterhin schwierig und auch in China laufe es nicht rund. (hier geht es zum Artikel)

Hyundai mit deutlichem Gewinnrückgang

Hyundai machen die lahmere Nachfrage im benachbarten China und negative Währungseinflüsse zu schaffen. Der südkoreanische Branchenführer vermeldet einen deutlichen Gewinnrückgang im zweiten Quartal 2015. Der Überschuss sei im Jahresvergleich um 23,8 Prozent auf 1,79 Billionen Won (1,4 Milliarden Euro) nach unten gerutscht. Der Umsatz stieg leicht um 0,3 Prozent auf 22,82 Billionen Won. Zusammen mit der kleineren Schwester Kia Motors ist Hyundai die Nummer fünf der weltweit größten Autohersteller. In den ersten sechs Monaten des Jahres ging der weltweite Absatz nach eigenen Angaben im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf etwa 2,42 Millionen Autos zurück. In China verzeichnete das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte einen Rückgang um 8,3 Prozent. In Europa gab es dagegen ein Plus von 9 Prozent. (hier geht es zum Artikel)

STMicro rechnet mit weniger Wachstum

STMicroelectronics rechnet im laufenden Quartal mit einem geringeren Wachstum wegen der schwächeren Computer-Nachfrage und des Abflauens der Konjunktur in China. Im zweiten Quartal verdiente Europas größter Chipkonzern 35 Millionen Dollar nach einem Verlust von 22 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. (hier geht es zum Artikel)

Texas Instruments wird weniger Chips los

Der Chip-Spezialist Texas Instruments hat seinen Gewinn leicht gesteigert. Im zweiten Quartal erhöhte sich der Überschuss verglichen mit dem Vorjahr um zwei Prozent auf 696 Millionen Dollar (638 Millionen Euro). Der Umsatz ging hingegen um zwei Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar zurück. Die Nachfrage nach Chips für Kommunikationsausrüstung habe sich spürbar abgeschwächt, erklärte Vorstandschef Richt Templeton. (hier geht es zum Artikel)

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