Quartalszahlen
Jenoptik verstört Anleger mit Gewinnwarnung

Wegen massiver Zinsaufwendungen und eines deutlich geringeren Ergebnisses in der Sensorik-Sparte hat der Thüringer Technologiekonzern Jenoptik im ersten Halbjahr nur knapp schwarze Zahlen geschrieben. Zugleich hat das Jenaer Unternehmen die eigene Gewinnprognose für das Gesamtjahr in Frage gestellt.

HB JENA. Das Nachsteuer-Ergebnis von Januar bis Juni lag bei nur 600 000 Euro nach 10,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit verfehlte Jenoptik die Erwartungen von Analysten, die einen Unter-dem-Strich-Gewinn nach Anteilen Dritter von 4,3 Millionen Euro erwartet hatten. Das Ebit lag drei Millionen Euro niedriger als im Vorjahreszeitraum beo 13,1 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 12,8 Prozent auf 253,7 Millionen Euro zu.

Jenoptik begründete den Rückgang des Nachsteuer-Ergebnisses damit, dass annähernd vergleichbaren Zinsaufwendungen deutlich geringere Zinserträge gegenüber gestanden hätten. Im Vorjahreszeitraum seien durch den Verkauf der Tochter M+W Zander noch erhebliche einmalige Zinserträge verbucht worden. Das Ebit-Minus wurde vor allem auf den Rückgang des Ebit der Sensorik-Sparte zurückgeführt, zu der auch die Verkehrstechnik gehört. Das Sparten-Ebit habe sich um fast zwei Drittel auf 3,2 Millionen Euro verringert.

Zu den Geschäftszielen für 2007 erklärte der Konzern, sie seien nun abhängig von mehreren Sondereffekten wie dem Verkauf einer Immobilie. „Wenn der Saldo dieser Sondereffekte leicht positiv ist, dann können wir die Prognose von 38 bis 42 Millionen Euro Konzern-Ebit erreichen“, sagte eine Sprecherin. Im schlechtesten Fall werde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) durch die Einbußen in der Sensorik/Verkehrstechnik zwischen 32 Millionen und 36 Millionen Euro liegen.

„Die Verkehrstechnik ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, aber in diesem Jahr waren einfach keine Projekte im Markt“, sagte die Jenoptik-Sprecherin. Die gut laufenden anderen Sparten könnten diese Einbußen im Jahresverlauf zwar teilweise kompensieren, voraussichtlich aber nicht mehr wettmachen, hieß es in der Mitteilung.

Die Umsatzprognose für das laufende Jahr wurden bestätigt: Die Erlöse sollen zwischen 510 und 535 Millionen Euro liegen.

Die vor der Veröffentlichung der Gewinnwarnung vom Handel ausgesetzte Jenoptik-Aktie brach nach Wiederaufnahme des Handels ein. Verluste von 15 Prozent auf 6,60 Euro wurden verbucht. Die im TecDax notierten Aktien waren für knapp eine Stunde vom Handel ausgesetzt worden. Zuvor hatten sie mit 7,76 Euro 0,5 Prozent niedriger notiert und damit besser als der Gesamtmarkt.

Analysten nannten die Gewinnwarnung einen Schock und einen großen Vertrauensverlust, zumal nach den negativen Überraschungen in der Vergangenheit der Eindruck entstanden sei, das Geschäft laufe wieder gut. „Da stellt sich die Frage, warum Jenoptik nicht zu einem früheren Zeitpunkt entsprechende Signale ausgesendet hat“, kritisierte Malte Schaumann von SES Research.

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