Quartalszahlen
K+S drückt trotz Gewinnsprungs auf die Euphoriebremse

Der Düngemittelkonzern erwartet bis zum Jahresende eine Abkühlung des Geschäftes. Noch profitiert das Unternehmen von den anhaltend hohen Getreidepreisen. Was mächtig stört ist der magere Ausblick.
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FrankfurtDer Düngemittel- und Salzhersteller K+S geht trotz eines kräftigen Gewinnsprungs im dritten Quartal verhalten in die kommenden Monate. Konzernchef Norbert Steiner senkte am Donnerstag das obere Ende der Umsatz- und Ergebnisprognose für 2011 um jeweils 50 Millionen Euro, weil sich die Zwischenhändler wegen der unklaren Konjunkturaussichten derzeit mit den Bestellungen etwas zurückhalten. Die K+S-Aktie brach daraufhin um rund sechs Prozent ein und war damit größter Verlier im Leitindex Dax.

„Bei unserer Einschätzung zum Jahr 2012 hat uns die derzeit allgegenwärtige Unsicherheit über die künftige konjunkturelle Entwicklung der Weltwirtschaft dazu bewogen, etwas vorsichtiger zu sein“, sagte Steiner. Der für seine zurückhaltenden Prognosen bekannte Jurist geht davon aus, im nächsten Jahr bei stabilen Umsätzen das Ergebnisniveau des laufenden Jahres fortschreiben zu können. Der weltweite Absatz von Kali-Düngemittel werde sich 2012 auf mindestens 60 Millionen Tonnen belaufen - in diesem Jahr rechnet Steiner weiter mit 58 bis 60 Millionen Tonnen.

Die derzeitige Zurückhaltung der Händler werde die Geschäfte von K+S allenfalls vorübergehend belasten, sagte Steiner. Trotz eines leichten Rückgangs im Sommer seien die Preise für Agrarrohstoffe immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Landwirte hätten deshalb weiter einen großen Anreiz, ihre Ernteerträge durch den Einsatz von Dünger zu maximieren.

Im dritten Quartal setzten die Bauern angesichts hoher Preise für Weizen, Mais und andere Agrarprodukte so viel Düngemittel ein wie selten zuvor. Zudem profitierte K+S wie die Konkurrenten Potash und Agrium von den seit zwei Jahren kontinuierlich steigenden Düngemittelpreisen. Der Umsatz kletterte in der Folge von Juli bis Ende September um 17 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro. Der operative Gewinn schoss um 69 Prozent auf 198,5 Millionen Euro in die Höhe, der Überschuss wurde auf 121,8 Millionen Euro verdreifacht.

Für das laufende Jahr präzisierte der Dax-Konzern seine Prognose und senkte dabei das oberen Ende des Zielkorridors etwas ab. Das Unternehmen geht demnach 2011 von einem Umsatzanstieg auf fünf bis 5,25 (2010: 4,63) Milliarden Euro aus. Der Betriebsgewinn (Ebit I) soll dabei auf 0,95 bis eine (0,71) Milliarde Euro klettern, der Überschuss auf 650 bis 690 (447,8) Millionen Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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