Quartalszahlen
Lanxess' Sparkurs trägt erste Früchte

Höhere Preise und ein Sparkurs haben den Gewinn des Chemiekonzerns Lanxess im ersten Quartal steigen lassen. Das ändert aber nichts daran, dass weitere harte Einschnitte im Konzern drohen.

HB FRANKFURT. „Das Jahr hat zufriedenstellend begonnen“, erklärte Vorstandschef Axel Heitmann am Dienstag. Um den Konzern weltweit dauerhaft wettbewerbsfähig zu machen, müssten der Restrukturierungskurs verstärkt und weitere deutliche Ergebnissteigerungen erzielt werden.

Im ersten Quartal stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) vor Sonderposten um 9,7 Prozent auf 181 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sonderposten belief sich auf 10,5 Prozent nach 10,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 70 Millionen Euro in den Büchern nach 26 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Ausblickend hieß es, Lanxess erwarte für das zweite Quartal ein Ebitda vor Sonderposten über Vorjahr. Im zweiten Halbjahr werde der Erlösanstieg allerdings nur „moderat“ ausfallen, dämpfte Heitmann die Erwartungen. Im Gesamtjahr 2005 solle das Ebitda vor Sonderposten um mindestens zehn Prozent über Vorjahr liegen, teilte die vor wenigen Monaten vom Bayer-Konzern abgespaltene Gesellschaft mit. Eine Überschussprognose für dieses Jahr legte der Firmenchef nicht vor. Lanxess werde alles daran setzen, 2006 eine „schwarze Zahl“ zu erreichen, sagte er lediglich.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im Quartal um 7,4 Prozent auf 1,729 Milliarden Euro, vor allem auf Grund von Zuwächsen in den Segmenten Performance Rubber und Chemical Intermediates. Im Segment Performance Rubber habe der Konzern Preiserhöhungen durchsetzen können und wegen einer kräftigen Nachfrage nach Kautschuk auch mehr abgesetzt. Das Ebitda vor Sondereinflüssen nahm um 75 Prozent zu. Im Segment Engineering Plastics sei das operative Ergebnis um 67 Prozent gestiegen. Im Bereich Chemical Intermediates verzeichnete der Konzern einen Rückgang des operativen Gewinns, bei den Performance Chemicals nahm er leicht zu.

Die Führung von Lanxess will die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens mit harten Einschnitten und einem umfangreichen Stellenabbau sichern. Um zur Konkurrenz aufzuschließen, will Lanxess im Feinchemikalien-Bereich und der Kunststoff-Sparte Styrenic Resins mindestens 100 Millionen Euro einsparen. Insgesamt sollen bis zu 1200 Stellen abgebaut werden.

Das Management verhandelt derzeit mit den Arbeitnehmern über das geplante Sparprogramm. Dazu erklärte Heitmann: „Die Gespräche sind sehr intensiv und dauern an. Ich rechne nach wie vor mit einem Ergebnis im laufenden Quartal.“ Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person waren Verhandlungen am Wochenende ohne Ergebnis geblieben.

Lanxess hatte angekündigt, unrentable Feinchemiebetriebe in Leverkusen ebenso zu schließen wie einen von zwei europäischen Standorten seiner Kunststoffsparte. In Frage kommen die Anlagen in Dormagen und im spanischen Tarragona. Eine Entscheidung darüber, welcher Standort erhalten bleibt, soll noch im zweiten Quartal fallen. Zuletzt hatte Konzernchef Heitmann gesagt, Tarragona habe die besseren Karten.

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