Quartalszahlen
Leoni-Zuwächse genügen Börsianern nicht

Im abgelaufenen Quartal hat der Nürnberger Autozulieferer Leoni kräftige Zuwächse bei Gewinn und Umsatz verbucht. Dies ist dem Unternehmen zufolge insbesondere einem starken Geschäft mit Bordnetz-Systemen zu verdanken. Die Geschäftsziele für das laufende Jahr wurden bestätigt.

HB FRANKFURT. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im dritten Quartal auf 28,2 (Vorjahresperiode: 19,9) Mill. €, wie die Gesellschaft mitteilte. Damit lag die Kennziffer etwas unter der durchschnittlichen Prognose von Reuters befragter Analysten. Der Umsatz kletterte auf 388,2 (318,4) Mill. €. Der Überschuss legte zu auf 15,5 (11,5) Mill. €.

Leoni profitierte nach eigenen Angaben von einigen Großaufträgen im Geschäft mit Bordnetzsystemen, die mit deutlichen Steigerungen der Produktivität einhergegangen seien. Der Umsatz in dem Bereich legte im Quartal um 30 % zu. Dazu habe nicht nur die Nachfrage von Pkw-Herstellern, sondern auch von Nutzfahrzeug-Produzenten und Zulieferern beigetragen. Der Konzern liefert unter anderem komplette Bordnetze für viele neue Volumenmodelle wichtiger Hersteller wie den 1er BMW, den Opel Astra und die Mercedes-Benz A-Klasse. „Alle Fahrzeuge, für die wir Systeme liefern, verkaufen sich außerordentlich gut“, sagte Vorstandschef Klaus Probst in einer Telefonkonferenz. Das zweite Standbein bildet der Geschäftsbereich Draht und Kabel. Diese Sparte sieht sich derzeit mit leicht erhöhten Kosten wegen des gestiegenen Kupferpreises konfrontiert, wie Leoni-Finanzchef Dieter Belle erläuterte.

An der Börse reagierten Anleger allerdings enttäuscht auf den Quartalsbericht. Die im Nebenwerte-Index MDax notierten Leoni-Aktien gaben im Mittagshandel gegen den Markttrend 4,2 % auf 25,85 € nach. Analyst Rolf Woller von der Hypo-Vereinsbank führte dies auf das leicht unter den Markterwartungen liegende Ergebnis zurück. „Insgesamt handelt es sich um ein sehr solides Quartal“, resümierte Woller. Es bestehe eine daher gute Chance, dass Leoni die eigenen Prognosen im Gesamtjahr deutlich übertreffen werde.

Leoni bestätigte indes das Umsatzziel für das Gesamtjahr von rund 1,5 (1,25) Mrd. €. „Damit sollte auch unter Einbeziehung der Belastungen aus der Rover-Insolvenz das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern bei mehr als 95 Mill. € liegen“, hieß es in der Mitteilung. Leoni zählte zu den wichtigen Zulieferern des zusammengebrochenen britischen Autoherstellers MG Rover.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%