Quartalszahlen
Linde-Chef sieht Aufschwung

Der Industriegasehersteller hat die Belastungen der Wirtschaftskrise im dritten Quartal gut weggesteckt: Das operative Ergebnis sank zwar um 2,3 Prozent, lag damit aber über den Schätzungen der Analysten. Richtig anziehen werde das Geschäft 2010.
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HB MÜNCHEN. Linde überrascht mit unerwartet guten Zahlen zum dritten Quartal. „Die positiven Tendenzen, die wir zum Ende des zweiten Quartals gesehen haben, haben sich im dritten Quartal weiter verfestigt“, erklärte Linde-Chef Reitzle zum Zwischenbericht für die Monate Juli bis September. Das Unternehmen kam auf ein operatives Ergebnis von 637 Millionen Euro, ein Minus von 2,3 Prozent binnen Jahresfrist. Damit übertraf Linde die Schätzungen von Analysten, die nur mit 618 Millionen Euro gerechnet hatten. Linde setzte im dritten Quartal 2,837 Milliarden Euro um, das ist ein Minus von 9,5 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 169 Millionen Euro nach 177 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Die Nachfrage im Gasegeschäft werde langsam anziehen, erklärte Reitzle. Daher werde das zweite Halbjahr besser ausfallen als das erste. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet Linde aber weiter mit einem Rückgang von Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr. Das Jahr 2010 werde dann wieder besser ausfallen. Linde hatte im November 2008 ein weltweites Sparprogramm aufgelegt, um dem Konjunktureinbruch gegenzusteuern und seine Erträge auch in der Krise zu sichern. Mit dem Sparpaket will Linde im Zeitraum 2009 bis 2012 die Kosten um 650 bis 800 Mio. Euro drücken. Bis Ende September verringerte sich die Zahl der Jobs in Deutschland um 170. Damit sei der größte Teil des Personalabbaus überstanden, so Reitzle weiter.

In der Gasesparte kam Linde im dritten Quartal auf ein operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau von 625 Mio. Euro. Im Vergleich zum zweiten Jahresviertel zogen Ergebnis und Umsatz sogar wieder an. In Asien und Osteuropa seien die deutlichsten Anzeichen für eine Erholung zu sehen, erklärte Linde. Mit seinen Zahlen im Gasegeschäft schnitt Linde besser ab als die Konkurrenz aus den USA. Beim US-Konzern Air Products beispielsweise waren die Umsätze im Quartal um mehr als ein Fünftel geschrumpft.

In der kleineren Anlagenbausparte kam der Konzern im dritten Jahresviertel auf einen operativen Gewinn von 55 Mio. Euro nach 57 Mio. Euro vor Jahresfrist. Für das Gesamtjahr peilt Linde in dem Bereich weiter eine operative Rendite von acht Prozent an. Der Umsatz werde das Vorjahresniveau nicht erreichen. Linde spürt im Anlagenbau vor allem die Verschiebung von Großprojekten in Folge der Wirtschaftskrise.

Linde rechnet in seinem Geschäft mit der Vor-Ort-Versorgung von Gasekunden aus der Industrie in diesem Jahr mit Rückgängen bei Volumen und Neuprojekten. „Gleichzeitig können wir jedoch auf eine volle Projektpipeline zurückgreifen“, sagte der Chef des Industriegasekonzerns, Wolfgang Reitzle, am Montag laut Redetext in München. Diese werde noch im vierten Quartal, vor allem aber ab 2010 „deutlich zum Umsatz und Ergebnis beitragen“, führte er aus. Für den Gesamtkonzern äußerte Reitzle das Ziel, 2009 den erwarteten Ergebnisrückgang „weitestgehend“ zu begrenzen. Angesichts der Wirtschaftskrise hatte Linde für dieses Jahr sinkende Umsätze und Ergebnisse prognostiziert.Im dritten Quartal war der operative Gewinn binnen Jahresfrist um 2,3 Prozent auf 637 Millionen Euro gesunken .

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