Quartalszahlen
MAN warnt vor sehr langer Durststrecke

Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN hat sich im zweiten Quartal knapp in die Gewinnzone gerettet. Doch sowohl der Gewinn als auch der Umsatz des Unternehmens schrumpften in diesem Zeitraum deutlich. Und Besserung ist nicht in Sicht. Das belastete den Aktienkurs.

MÜNCHEN. Der Lkw- und Maschinenbaukonzern MAN geht von einer langen Flaute im Geschäft mit Investitionsgütern aus. „Die Auftragseingänge sind niedrig und eine Trendwende ist derzeit nicht in Sicht“, sagte Konzernchef Hakan Samuelsson am Donnerstag in München. Er rechnet mit einer Erholung der Industrieproduktion erst in „einem Zeitraum von mehreren Jahren“.

MAN hatte wie kaum ein anderer Industriekonzern vom Globalisierungsboom der letzten Jahre profitiert. Nun wird der Konzern vom Abschwung härter getroffen als viele andere Unternehmen. In den ersten sechs Monaten brach der Auftragseingang um 49 Prozent gegenüber dem Vorjahr ein. Am schlimmsten erwischte es die Lkw-Sparte, die einen Rückgang um 58 Prozent hinnehmen musste. Aber auch die Nachfrage nach Schiffsdieseln sank um 52 Prozent, die Aufträge für Kompressoren und Turbomaschinen gingen um fast ein Drittel zurück. Insgesamt setzte MAN im ersten Halbjahr 5,7 Mrd. Euro um, das ist ein Fünftel weniger als im Vorjahreszeitraum. Mit einem operativen Ergebnis von 244 Mio. Euro blieb der Konzern aber in den schwarzen Zahlen.

Das soll nach Angaben von Samuelsson auch im Gesamtjahr so bleiben: MAN reagiert auf die dramatische Situation mit Überbrückungsmaßnahmen und Sparprogrammen. Um 500 Mio. Euro sollen die Kosten in diesem Jahr sinken, die Hälfte davon soll über Einsparungen bei den Personalkosten kommen. So baute alleine die Lkw-Sparte in den vergangenen sechs Monaten 3 660 Stellen ab, das entspricht fast zehn Prozent der Belegschaft. Betroffen sind überwiegend Leiharbeiter.

Aber auch die verbliebenen Mitarbeiter haben wenig zu tun. Die Auslastung der Werke liegt im Schnitt bei rund 50 Prozent. 12 000 Beschäftigte der Lkw-Sparte in Deutschland sind in Kurzarbeit – und werden es wohl bis mindestens Jahresende bleiben. „Unser Ziel ist es, diese Durststrecke zu überstehen. Wir brauchen unsere Mitarbeiter auch in Zukunft“, sagte Samuelsson.

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