Quartalszahlen
Merck sieht Erholung im Chemiegeschäft

Merck hat als erster Dax-Konzern Quartalszahlen vorgelegt: Der Pharma- und Chemiekonzern ist mit einem kräftigen Ergebniseinbruch in das laufende Jahr gestartet. Der Nachfrageeinbruch im Chemiegeschäft hat das Unternehmen noch empfindlicher getroffen als erwartet. Aber Merck gibt ein optimistische Prognose ab.

FRANKFURT. Die wegen der Wirtschaftskrise weltweit gesunkene Nachfrage nach Flüssigkristallen hat dem Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA von Januar bis März einen Gewinneinbruch beschert. Unternehmenschef Karl-Ludwig Kley ist aber davon überzeugt, mit der Sparte Liquid Crystals im ersten Quartal die Talsohle erreicht zu haben. Diese Botschaft schien die Märkte zu versöhnen: Nachdem die Aktie des Dax-Wertes gestern morgen zunächst mit einem leichten Abschlag eröffnete, legte sie im Verlauf des Tages in einem negativen Marktumfeld um rund zwei Prozent zu.

Zudem gab der überwiegend in Familienhand befindliche Konzern gestern erstmals eine Prognose für das laufende Jahr. Merck will den Umsatz zwischen null und fünf Prozent steigern. Die bereinigte Umsatzrendite soll 15 bis 20 Prozent erreichen – ohne Abschreibungen und Integrationskosten des Serono-Zukaufs von 2006 gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte Merck hier einen Wert von 23 Prozent erreicht.

Die Reaktionen auf die Merck-Zahlen fielen unterschiedlich aus. Während Analyst Markus Mayer von Unicredit den Ausblick als „besser als gedacht“ bewertete, lag die von Merck geäußerte Gewinnerwartung für 2009 unter den Prognosen der Commerzbank.

Merck ist in seinen beiden Geschäftssparten Pharma und Chemie unterschiedlich stark von der Wirtschaftskrise betroffen. Bei der Herstellung von Pigmenten spürt Merck wie andere Chemiefirmen auch die schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie. Am Produktionsstandort Gernsheim (Bergstraße) sollen deshalb ab Mai 300 der 500 Mitarbeiter kurz arbeiten. Was den Bereich Flüssigkristalle anbelangt, hofft Finanzvorstand Michael Becker, keine Kurzarbeit beantragen zu müssen. „Die Nachfrage nach Flüssigkristallen setzt wieder ein“, sagte Becker gestern in einer Telefonkonferenz. Er sei sehr optimistisch, hier ohne Kurzarbeit auskommen zu können.

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