Quartalszahlen: Milliardenverlust
Ford tritt bei Spritfressern auf die Bremse

Ford hat im dritten Quartal 2006 fast sechs Milliarden Dollar Verlust gemacht. Dabei ist es ausgerechnet das Sanierungsprogramm, das den angeschlagenen US-Autobauer noch tiefer in die Miesen reißt. Der neue Konzernchef Alan Mulally nimmt angesichts des Milliardenverlustes kein Blatt vor den Mund. Helfen sollen jetzt sparsamere Autos.

HB DETROIT. Ford hat durch hohe Sanierungskosten und eine fehlgeschlagene Modell-Politik in den vergangenen drei Monaten mit 5,8 Mrd. Dollar den größten Verlust seit mehr als 14 Jahren eingefahren. Dagegen entwickelt sich das Europa-Geschäft besser, wie der zweitgrößte amerikanische Autokonzern am Montag bekannt gab. Der Umsatz schrumpfte auf 36,7 Mrd. Dollar - das waren 4,1 Mrd. Dollar weniger als vor einem Jahr. In den ersten neun Monaten summierte sich der Verlust auf 7,2 Mrd. Dollar gegenüber einem Gewinn von 1,87 Mrd. Dollar vor einem Jahr. Im dritten Quartal 2005 hatte Ford rote Zahlen von 284 Mill. Dollar geschrieben.

Der US-Autohersteller erwartet im laufenden Quartal sogar ein noch schwächeres operatives Geschäft als im gerade abgelaufenen Vierteljahr. Die Kosteneinsparungen aus dem geplanten Stellenabbau werde Ford erst 2007 spüren, sagte Finanzchef Don Leclair am Montag. Hohe Rohstoff-Preise würden indes auch an den Ergebnissen des kommenden Jahres nagen. Leclair sagte zudem, Ford habe viele Anfragen potenzieller Käufer für seine britische Luxusmarke Aston Martin erhalten. Er erwarte allerdings keinen Verkauf in diesem Jahr.

„Diese Geschäftszahlen sind eindeutig inakzeptabel,“ betonte der erst seit September amtierende Ford-Vorstandschef am Montag. Mulally will durch „aggressive“ Restrukturierung und neue Modelle wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Ford müsse mit der Geschäftsrealität umgehen, dass Kunden verstärkt kleinere und vor allem benzineffizientere Fahrzeuge fahren wollten. Das Unternehmen restrukturiere daher sein Geschäft, um bei geringeren Volumen profitabel zu arbeiten und wolle die Entwicklung von neuen benzinsparenden Modellen, „die die Kunden wirklich wollen“, beschleunigen.

Kleinere und sparsamere Autos

Der US-Autobauer setzt nun auf Fahrzeuge mit geringerem Benzinverbrauch. Mulally kündigte unter anderem an, die Entwicklung Sprit effizienterer Modelle zu beschleunigen. Ford leidet wie auch der größere Konkurrent General Motors unter sinkenden Absatzzahlen und starkem Wettbewerb durch asiatische Autokonzerne auf dem Heimatmarkt. Die US-Hersteller hatten jahrelang vor allem auf sportliche Geländewagen (SUV) und Pickups gesetzt, die als Spritfresser bekannt sind. Seitdem die Benzinpreise auch in den USA drastisch gestiegen sind, finden diese Autos immer weniger Käufer.

Brett Hoselton, Analyst bei KeyBanc Capital, hatte bereits im Vorfeld darauf verwiesen, dass Ford die Produktion der Pickup-Trucks und SUVs gedrosselt habe und sich dies entsprechend im Ergebnis niederschlagen werde. Pickup-Trucks und SUVs waren in der Vergangenheit für einen Großteil der Umsätze und Gewinne des Unternehmens der mit Abstand umsatzstärksten Geschäftsregion Nordamerika verantwortlich.

Seite 1:

Ford tritt bei Spritfressern auf die Bremse

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%