Quartalszahlen
Nestle mit Umsatzplus

Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestle zeigt sich trotz einer sich abschwächenden Weltwirtschaft für die kommenden Monate optimistisch. Der Umsatz soll in diesem von der Finanzkrise belasteten Jahr noch stärker wachsen als im mittelfristigen Durchschnitt. Das Management hob die Umsatzprognose für 2008 an.

HB DÜSSELDORF. Zwar will das Unternehmen vor allem organisch wachsen. Doch Konzernchef Paul Bulcke schloss auch Zukäufe nicht aus. Wenn es Möglichkeiten gebe, gewisse Geschäftsfelder sinnvoll zu ergänzen, sei man natürlich "offen" für solche Ergänzungsübernahmen, sagte Bulcke. Nestle unterdessen "nicht in Gesprächen" mit der US-Firma Hershey. Zuletzt hatte es in Marktkreisen entsprechende Gerüchte gegeben.

Nach einem überraschend hohen Umsatzplus in den ersten drei Quartalen erwartet Nestle nun auch für das Gesamtjahr höhere Erlöse als bislang. Das organische Wachstum werde 2008 voraussichtlich bei acht Prozent liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Vevey mit. Bislang hatte das Management lediglich angepeilt, den Vorjahreswert von 7,4 Prozent zu übertreffen. Auch die operative Marge soll - bei konstanten Wechselkursen - verbessert werden. Für 2009 und die kommenden Jahre hält Nestle an dem Ziel fest, jeweils ein organisches Wachstum von fünf bis sechs Prozent zu erreichen.

In den ersten neun Monaten steigerte das Unternehmen seine Erlöse um 3,4 Prozent auf 81,362 Mrd. Schweizer Franken (54,278 Mrd Euro) und übertraf damit die Erwartungen der Branchenexperten. Die elf von der Schweizer dpa-AFX-Partneragentur AWP befragten Analysten hatten im Schnitt mit 81,209 Mrd. Franken gerechnet. Das organische Wachstum betrug den Angaben zufolge 8,9 Prozent.

Einziger Wermutstropfen ist wie bereits im Halbjahr die Sparte Nestle Waters, dessen Umsatz organisch um ein Prozent zurückfiel. Nestle machte dafür unter anderem die wirtschaftlichen Bedingungen verantwortlich. Stark schnitten hingegen die übrigen Nahrungsmittel und Getränke ab, zu denen unter anderem Kaffeeprodukt Nespresso gehört. Das organische Wachstum belief sich hier auf 22,8 Prozent.

Aus dem Milchskandal in China erwartet Konzernchef Bulcke keinen materiellen Einfluss auf den Konzernumsatz. Auch die weltweite wirtschaftliche Abkühlung mache keine Entlassungen notwendig. "Wir werden keine Stellen abbauen", sagte Bulcke dem Fernsehsender CNBC.

Im abgelaufenen Quartal nutzte Nestle den Verkauf seiner Alcon-Aktien dazu, seine Finanzlage zu verbessern. Damit wurden den Angaben zufolge die kurzfristigen kommerziellen Schuldverschreibungen abgebaut. Nestle hatte 24,85 Prozent der Alcon-Aktien für 10,4 Mrd. $ an Novartis verkauft. Sein Aktienrückkaufprogamm will Nestle weiterhin in dem im August 2008 angekündigten beschleunigten Tempo fortführe.

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