Quartalszahlen
Optimismus bei Hochtief nach guten Zahlen

Hochtief hat im abgeschlossenen Quartal besser verdient als erwartet. Nun erwartet Deutschlands größter Bauchkonzern, dass sich die Auftragsbücher schneller füllen werden als angenommen. Allerdings - an das Rekordjahr 2008 werde das laufende Jahr nicht ganz heranreichen können.
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HB DÜSSELDORF. Der Bau- und Dienstleistungskonzern Hochtief hat auch im dritten Quartal dank guter Geschäfte seiner australischen Tochter Leighton die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise kaum zu spüren bekommen. Der operative Gewinn stieg stärker als von Analysten prognostiziert. Die Auftragsbücher sind weiterhin prall gefüllt - der Auftragsbestand erreichte Ende September erneut einen neuen Höchststand. Hochtief hob deshalb das Ziel für die Kennziffer an und erwartet nun auch einen neuen Rekord für das Gesamtjahr. Zuvor gingen die Essener von einem Niveau unter dem Vorjahr aus.

Gleichzeitig bestätigte Hochtief die übrigen Ziele. Danach sollen Vorsteuerergebnis und Überschuss die Rekordmarken von 2008 erreichen. Rückgänge erwartet die im MDax notierte Gesellschaft allerdings bei Auftragseingang und Konzernumsatz. „Wir haben die Finanzkrise bisher erfolgreich gemeistert, weil wir bereits in der Vergangenheit unsere Strukturen schlank gehalten und unsere Finanzierungspolitik konservativ gestaltet haben“, schrieb Unternehmenschef Herbert Lütkestratkötter am Donnerstag in einem Brief an seine Aktionären. Die Hochtief-Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,07 Prozent auf 57,78 Euro zu. Für positive Überraschung habe vor allem der hohe Auftragseingang gesorgt, hieß es.

Der Gewinn vor Steuern (EBT) sei von Juli bis September auf 141,9 Mio. Euro gestiegen, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Essen mit. Damit übertraf Hochtief die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt von einem EBT in Höhe von 135,7 Mio. Euro ausgegangen waren - nach 121,7 Mio. Euro noch im Vorjahreszeitraum.

Unter dem Strich nahm der Gewinn auf 36,2 Mio. Euro nach 25,2 Mio. Euro im Vorjahr zu. Während Hochtief im europäischen Baugeschäft nach dem Turnaround im ersten Quartal weiterhin schwarze Zahlen schrieb, machte das Unternehmen im Geschäftsbereich Immobilien einen Verlust. Mehr verdienen konnten die Essener mit ihren Töchtern in Australien und USA sowie mit ihrem Flughafengeschäft.

Der Umsatz bei Hochtief sank auf 4,597 (Vorjahr: 4,884) Mrd. Euro. Weniger erlösen konnte Hochtief vor allem in der Region Amerika. In der Region Asien-Pazifik kletterten die Erlöse wieder im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach noch einem Rückgang im zweiten Jahresviertel. Der Auftragseingang stieg auf 7,224 (Vorjahr: 7,181) Mrd. Euro. Der Auftragsbestand legte auf 35,295 Mrd. Euro zu und erreichte damit eine neue Bestmarke. Damit sicherte sich HOCHTIEF laut rechnerisch eine Auslastung von fast 21 Monaten. Die Leistung ging auf 5,076 (Vorjahr: 5,523) Mrd. Euro.

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