Quartalszahlen
Porsche knackt 2011 die Marke von 100.000 Autos

Die Konjunktur auf dem Automarkt ist ungebrochen. Der Sportwagenhersteller verkauft mehr Autos und steigert den operativen Gewinn. Firmenchef Müller trimmt das Unternehmen auf Angriff.
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StuttgartPorsche fährt mit Vollgas auf die Marke von 100.000 verkauften Autos zum Jahresende zu. So viele Wagen werden die Zuffenhausener 2011 erstmals in einem Jahr absetzen, wie der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller am Freitag in Stuttgart sagte.

In den ersten neun Monaten des Jahres steigerte der Sportwagenhersteller den Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 85.872 Fahrzeuge. Auch das operative Ergebnis der Porsche AG stieg um rund ein Viertel auf 1,51 Milliarden Euro.

Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 7,93 Milliarden Euro. Finanzvorstand Lutz Meschke sagte: „Wir gehen davon aus, dass die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis im Jahr 2011 die Vorjahreswerte deutlich übertreffen.“

Nach der Markteinführung des neuen Porsche 911 im Dezember stünden auch darüber hinaus alle Weichen auf Wachstum. Börsianer teilten die Euphorie zunächst nicht. Porsche-Aktien verloren 0,5 Prozent auf 43,60 Euro.

Porsche-Chef Matthias Müller trimmt den Autobauer auf Angriff. Ein neuer kleinerer Geländewagen mit dem Namen Cajun ist bei Porsche in Stuttgart-Zuffenhausen deshalb bereits in der Planung. Erst kürzlich hat Müller, der seit Oktober vergangenen Jahres im Chefsessel bei Porsche sitzt, klargemacht, dass er konkret auch einen neuen Konkurrenten für den italienischen Sportwagenhersteller Ferrari vorbereitet.

Mit einer neuen Baureihe zwischen dem Sportwagen 911 und dem kommenden Topmodell 918 will Porsche künftig die weitgehende Alleinherrschaft des italienischen Konkurrenten in der Klasse zwischen 250000 und 400000 Euro brechen. Das erklärte Porsche-Chef Müller gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". Vorbild für das neue Modell ist der Porsche 959, der zwischen den Jahren 1986 und 1988 gebaut wurde. Der Listenpreis für das Luxusgeschoss betrug damals schon mindestens 420000 DM.

Müller hatte bereits vor einigen Wochen im Interview mit dem Handelsblatt angekündigt, Ferrari in diesem speziellen Kundensegment der Superreichen stärker Konkurrenz machen zu wollen. Für einen Sportwagen mit Mittelmotor oberhalb des 911-ers wäre noch Platz, sagte Müller damals.

Noch überlässt Porsche das Preissegment weitgehend kampflos den Italienern. Bislang herrscht in Stuttgart eine große Lücke zwischen dem rund 240000 Euro teuren 911 GT2 RS und dem für 2013 geplanten Supersportwagen 918 Spyder, der rund 770000 Euro kosten soll. Bei Ferrari tummeln sich in dieser Preisliga die Modelle F599 und FF sowie der neue F458 Spider. Allerdings würde der neue Porsche dort auch der Volkswagen-Konzernschwester Lamborghini Konkurrenz machen.

Doch Müller will sich davon nicht beirren lassen. In die Preislücke zwischen den beiden Stuttgarter Flaggschiffen - "da müssen wir rein", kündigte er an. Experten erwarten, dass das Luxussegment weiter wächst. Große Stückzahlen sind dort aber nicht zu erwarten. Ferrari verkaufte im ersten Halbjahr dieses Jahres 3577 Sportwagen und erzielte damit einen Nettoerlös von 91,8 Millionen Euro.

Müller, der vor seinem Wechsel zu Porsche VW-Strategiechef war, plant für Porsche eine umfangreiche Modelloffensive. Schon beschlossen als fünfte Baureihe ist die Cayenne-Juniorvariante mit dem angelehnten Arbeitstitel Cajun - im Gespräch sind auch Pläne für einen Pajun, einen kleinen Panamera. Zudem hat Müller schon laut über ein neues Einsteigermodell nachgedacht, einen Roadster unterhalb des Porsche Boxsters, der schon für unter 50000 Euro zu haben ist.

Möglich ist das nur, weil Porsche sich immer enger an VW anlehnt. Die Stuttgarter gehören bereits heute zu 49,9 Prozent dem VW-Konzern, bis Ende 2011 ist eine Verschmelzung angestrebt.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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