Quartalszahlen
Porsches Absatz bricht stark ein

Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat im ersten Geschäftsquartal (per Ende Oktober) einen Absatzeinbruch von 40 Prozent verzeichnet. Auch der Umsatz schrumpfte gewaltig. Jetzt aber ist ein Ende der Talfahrt in Sicht.
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HB STUTTGART. Der Porsche-Umsatz belief sich im ersten Geschäftsquartal (per Ende Oktober) auf 1,1 Mrd. Euro und lag damit 30,5 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Der Absatz ging den Angaben zufolge im Quartal um 39,6 Prozent auf 11 385 Fahrzeuge zurück. Von den einzelnen Baureihen kam der Panamera auf 2973 Fahrzeuge. Vom Cayenne wurden 4095 Autos verkauft. Das entsprach einem Rückgang von 57,4 Prozent. Der Absatz der Boxster-Baureihe einschließlich der Cayman-Modelle sank um 13,5 Prozent auf 1717 Fahrzeuge. Der 911 erreichte mit einem Absatzrückgang von 64,2 Prozent 2.600 Einheiten. Dieser Wert verdeutliche auch die Einbußen der Sportwagen in den USA.

Die Talsohle sei aber allmählich durchschritten und Besserung in Sicht, erklärte der Autobauer und verwies dazu auf die Entwicklung im November. In den ersten vier Monaten wurden 18 764 Fahrzeuge verkauft. Damit liegt der Absatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr nur noch bei 25 Prozent. Im Verlauf des Jahres 2010 sei eine Belebung der Verkäufe zu erwarten.

Unterdessen soll das Emirat Katar nach seinem Einstieg als erster Fremdinvestor bei Porsche künftig einen Sitz im Aufsichtsrat des Sportwagenbauers bekommen. Die Aktionäre der Dachgesellschaft Porsche Holding SE sollen bei der Hauptversammlung am 29. Januar Scheich Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani für vier Jahre in das Gremium wählen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichen Einladung zu dem Aktionärstreffen hervor. Der Scheich würde den Platz von Hans-Peter Porsche, dem Bruder von Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, einnehmen.

Das Scheichtum war nach der missglückten Volkswagen-Übernahme mit zehn Prozent bei dem hochverschuldeten Sportwagenbauer eingestiegen. Der Wüstenstaat ist der erste Anteilseigner, der nicht zu den bisherigen Eigentümerfamilien Porsche und Piëch gehört. Das Emirat kaufte den Stuttgartern zudem einen Teil ihrer Optionen auf VW-Aktien ab und beteiligte sich auch an Europas größtem Autobauer.

Die Wolfsburger stiegen Anfang Dezember für 3,9 Mrd. Euro mit 49,9 Prozent beim Porsche-Sportwagengeschäft (Porsche AG) ein. Die Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE hält ihrerseits knapp 51 Prozent an VW. Bis 2011 sollen die beiden Konzerne verschmelzen und Porsche zur zehnten Marke unter dem Dach von VW werden.

Auf der Hauptversammlung soll ferner beschlossen werden, dass alle Vorstände künftig ihr Gehalt offenlegen müssen. Gerade um die Bezahlung von Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte es in der Vergangenheit große Aufregung gegeben. Nach unbestätigten Angaben soll der Manager alleine im Geschäftsjahr 2007/08 durch eine vertraglich fixierte Gewinnbeteiligung rund 77 Mio. Euro eingestrichen haben.

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