Quartalszahlen
SGL senkt Prognose

Der Kohlenstoffspezialist SGL Group bekommt erst jetzt das volle Ausmaß der Krise zu spüren. Nach einem Gewinnrückgang in den ersten drei Monaten senkt das Unternehmen die Prognose für das Gesamtjahr.
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HB WIESBADEN. Der Kohlenstoffspezialist SGL Group blickt nach einem verhaltenen Geschäftsverlauf im dritten Quartal pessimistischer auf das Gesamtjahr. Trotz des zu Ende gehenden Lagerabbaus in der Stahlindustrie würden spätzyklische Branchen wie das Graphit-Geschäft erst jetzt von der Krise erfasst, sagte SGL-Chef Robert Koehler. Daher erwarte SGL im weiteren Geschäftsverlauf nur noch „in etwa“ eine Entwicklung auf dem Niveau des ersten Halbjahres 2009. Zuvor war das Unternehmen von einem besseren zweiten Halbjahr ausgegangen.

An der Börse wurde das Zahlenwerk mit Skepsis aufgenommen. Commerzbank-Analystin Yasmin Moschitz wertete die geänderte Prognose als Gewinnwarnung und die Zahlen als gemischt. Merrill-Lynch-Analyst Asab Abedi setzt indes auf eine weitere Erholung der Stahlnachfrage und damit auch auf bessere Geschäfte für SGL. Demnach rät der Experte weiterhin zum Kauf der Papiere. Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank hingegen erneuerte nach dem Konzernausblick seine Verkaufsempfehlung für die Aktie und will zudem seine Prognosen für SGL überprüfen. Bis zum Mittag fielen die Titel um 6,72 Prozent auf 24,01 Euro.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging in den ersten neun Monaten um 65,1 Prozent auf 81,9 Mio. zurück. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 31,2 Millionen, davon 8,0 Mio. in 3. Quartal, übrig - nach 150,5 Mio. Euro in den neun Monaten des Vorjahres. Der Umsatz brach um 21,6 Prozent auf 892,4 Mio. Euro ein. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten bei allen drei Kenngrößen mit leicht höheren Werten gerechnet.

„Das Geschäft läuft so, wie wir es seit Anfang des Jahres erwartet haben“, sagte SGL-Vorstandschef Robert Koehler der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX nach der Zahlenvorlage. In der Krise wolle SGL auf eine hohe Liquidität und eine niedrige Verschuldung achten. „Wir halten die Hand auf der Kasse. Durch den Lagerabbau haben wir in einem schwachen Quartal den operativen Cashflow auf 76 Mio. Euro gesteigert, dass ging natürlich zu Lasten der Produktionsleistung.“

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