Quartalszahlen
Siemens propagiert den Neustart

Siemens musste im abgelaufenen Quartal einen Milliardenverlust hinnehmen. Aber es soll ein Ende mit Schrecken gewesen sein: Denn nun sei der teure Umbau des Konzerns abgeschlossen. Die Zukunft sehe positiv aus, so Siemens-Chef Peter Löscher. Und zumindest die Auftragseingänge sind trotz der Konjunkturabkühlung überzeugend.

HB MÜNCHEN. Die Milliarden-Erlöse aus dem Verkauf des Autozulieferers VDO haben dem Elektrokonzern Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinnanstieg verschafft. Der Gewinn nach Steuern sei im Geschäftsjahr 2007/08, das am 30. September endete, von vier Mrd. Euro im Vorjahr auf 5,9 Mrd. Euro gestiegen, teilte Siemens mit.

Dafür hat der Konzernumbau von Vorstandschef Peter Löscher Siemens im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2007/08 tief in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust nach Steuern betrug 2,4 Milliarden Euro, wie der Münchener Technologiekonzern am mitteilte. Im Vorjahresquartal war ein Fehlbetrag 74 Millionen Euro entstanden. Der Umsatz sei um sieben Prozent auf 21,7 Milliarden Euro gestiegen.

Nun sei der radikale Umbau aber abgeschlossen und Siemens will sich im neuen Geschäftsjahr voll auf das operative Geschäft konzentrieren. "Die Transformation von Siemens ist abgeschlossen. Wir konzentrieren uns auf Kunden und Märkte", sagte Konzern-Chef Peter Löscher. "Auf die weltwirtschaftlichen Herausforderungen haben wir uns früher eingestellt als jeder andere." Nun wolle man sich im Geschäftsjahr 2008/09 dem Gewinn von Marktanteilen widmen. Den wirtschaftlichen Abschwung werde Siemens auch dafür nutzen, sich "punktuell in Schwerpunkt-Geschäften" zu verstärken, sagte Löscher.

Die globale Konjunkturflaute hinterließ bislang kaum Spuren in den Auftragsbüchern des Konzerns. Das Volumen der Orders kletterte um vier Prozent auf 22,2 Millionen Euro. Operativ lief es dagegen trotz der weltwirtschaftlichen Turbulenzen vergleichsweise gut, Auftragseingang und Umsatz stiegen an. Angesichts dessen bestätigte das Unternehmen seine Ziele für das gerade angelaufene Geschäftsjahr.

Allerdings sagte Konzernchef Peter Löscher in München: "Es ist sicher ambitionierter geworden, unsere Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2009 zu erreichen. Doch sie bleibt bestehen. Wir werden quartalsweise die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft bewerten." Wachsen will er weiterhin vor allem aus eigener Kraft.

Siemens hat die Aufräumaktion in seinen Randgeschäften fast abgeschlossen. Von den betroffenen 187 Firmen seien "90 Prozent abgearbeitet", sagte Finanzchef Joe Kaeser. Das entspreche einem Umsatzanteil von fast 70 Prozent. "Damit ist die Bereinigung der Other Operations bis 2009 abgeschlossen", zeigte er sich zuversichtlich. Bis zum Ende des Geschäftsjahres im September sollen die Randsparten entweder eingegliedert, geschlossen oder verkauft werden. Zu den bisher abgegebenen Töchtern gehört etwa der Schnurlostelefon-Hersteller SHC.

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