Quartalszahlen
Solarkrise sorgt für Gewinnrückgang bei Wacker Chemie

Die Solar- und die Chipbranche machen dem Chemiekonzern zu schaffen. Wacker Chemie ist auf Siliziumprodukte spezialisiert und muss im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen.
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MünchenDer bayerische Spezialchemiekonzern Wacker blickt nach einem Gewinnknick im zweiten Quartal skeptischer auf den Rest des Jahres. Der Umsatz der Münchner ging im abgelaufenen Vierteljahr um knapp acht Prozent auf 1,22 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn sackte um mehr als die Hälfte auf 60,6 Millionen Euro ab. Trotz des Rückgangs schnitt Wacker damit besser ab als von Analysten erwartet.

Vor allem die Krise der deutschen und europäischen Solarindustrie und die Flaute der Chipbranche machen dem auf Siliziumprodukte spezialisierten Unternehmen zu schaffen. „Gebremst wurde die Umsatzentwicklung von deutlich niedrigeren Preisen, vor allem im Geschäft mit Solarsilizium und Halbleiterwafern. Auch die Absatzmengen waren in Summe etwas geringer als vor einem Jahr“, hieß es.

Statt des ursprünglich angepeilten Jahresumsatzes von etwa fünf Milliarden Euro rechnet das Unternehmen nun mit leicht geringeren Erlösen als die 4,9 Milliarden Euro von 2011. Beim Gewinn geht der Konzern von einem deutlichen Rückgang aus. Im Vorjahr lag der Nachsteuergewinn bei 356,1 Millionen Euro.

Ob Wacker Chemie seine Umsatzziele erreichen kann, hängt dem Unternehmen zufolge davon ab, wie sich die weltweite Konjunktur, die Wettbewerbsbedingungen in der Solarindustrie und die Nachfrage auf dem Halbleitermarkt im zweiten Halbjahr entwickeln werden.

Die anhaltende Verlagerung der Solarindustrie nach Asien sorgte vor allem in Europa für deutliche Rückgänge. In Deutschland sank der Konzernumsatz im zweiten Quartal von 242,8 Millionen im Vorjahr auf 173,0 Millionen Euro. Im übrigen Europa gingen die Erlöse um elf Prozent auf 292,2 Millionen Euro zurück. In Asien verringerte sich der Umsatz dagegen nur von 499,8 Millionen auf 489,3 Millionen Euro.

In der Region Amerika erlöste Wacker Chemie dank einer steigenden Nachfrage im Polymergeschäft mit 224,4 Millionen Euro sechs Prozent mehr als im Vorjahr. In den übrigen Regionen legte der Umsatz ebenfalls leicht zu von 41,9 Millionen auf 43,6 Millionen Euro.

Der Vorstandsvorsitzende Rudolf Staudigl erklärte, der Konzern habe die „gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Herausforderungen gemeistert“. Den höheren Risiken begegne Wacker Chemie beispielsweise dadurch, „dass wir die Auslastung unserer Anlagen flexibel steuern“. Die weltweite Mitarbeiterzahl ging innerhalb des zweiten Quartals von 17.166 auf 16.759 zurück.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das Geschäft mit dem Solarsilizium ist gänzlich von den Subventionsregeln einzelner Staaten, voran Deutschland als weltweit mit Abstand grösster Solarmarkt, abhängig. Ich vermute, dass das Geld das diesen Staaten zur Subventionierung solch religiöser Monumente zur Verfügung steht, eher sinken denn steigen wird.

    Insofern ist es entscheidend ob das Management innerlich verstanden hat dass sich Wacker neu ausrichten muss und mit welcher Entschlossenheit Wacker sich von der Abhängigkeit vom Solarmarkt lösen kann.

    Vandale

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